Auf die Plätze, fertig, los!
Es gibt einen Preis für die besten Jungunternehmer ebenso wie für die besten Familienunternehmen. Aber auch Betriebe, die sich durch eine herausragende Mitarbeiterführung auszeichnen, werden Jahr für Jahr vor den Vorhang geholt. Wer hingegen besonders in den Kategorien Bonität und Nachhaltigkeit punkten kann, ist beim Wettbewerb "Austria's Leading Companies" (ALC) am besten aufgehoben. Der "härteste Business- Wettbewerb Österreichs" wird vom "WirtschaftsBlatt", KSV1870 und PwC Österreich veranstaltet und findet heuer zum 14. Mal statt. Ab Juni können sich interessierte Unternehmen bewerben. Die Kür der bundesweiten Preisträger erfolgt traditionell im Oktober bei einer großen Gala in der Wiener Hofburg.
Harte Fakten zählen. "ALC ist kein Beauty Contest. Hier geht es um harte Fakten - und das nachhaltig", sagt Hans Pleininger, leitender Redakteur beim "WirtschaftsBlatt". So muss man beispielsweise bei ALC nachweisen, dass man nicht nur im vergangenen Jahr gut war, sondern eine gute Performance gleich über drei Jahre hinlegen konnte. Damit sollen Zufallssieger vorab ausgeschlossen werden. Und darauf wird beim Wettbewerb besonders geschaut (ohne Reihung): Umsatzrentabilität, Eigenkapitalrentabilität, absolute Veränderung von Betriebsergebnis, Umsatz, EBIT und EGT, Return on Capital Employed (ROCE) und Verschuldungsgrad. Alle Einzelergebnisse, die aus den eingereichten Jahresabschlüssen abgeleitet werden, werden gewichtet und addiert und münden in einer finalen Punktewertung. Je weniger Punkte ein Unternehmen ausweist, desto besser ist es.
Bonuspunkte winken. Ebenfalls eingerechnet werden das KSV-Rating sowie die freiwillige Nachhaltigkeitsumfrage von PwC, mit der jeder ALC-Teilnehmer Bonuspunkte sammeln kann. Dabei werden 18 Indikatoren abgefragt und beurteilt - und zwar aus den Bereichen Governance & Ökonomie, Soziales & Gesellschaft sowie Umwelt & Klimaschutz. "Dieses Kennzahlensystem ist der Schlüssel zum Erfolg und hebt den Wettbewerb von vielen anderen ab, bei denen Befindlichkeiten von Juroren entscheiden", ist Hans Pleininger überzeugt. Der Wettbewerb ist kostenlos. Sämtliche Ertragskennzahlen werden selbstverständlich vertraulich behandelt und nicht publiziert. Neben den Siegern in den einzelnen Bundesländern wird der Preis österreichweit in drei Kategorien: "Big Player" (Umsatz mehr als EUR 50 Mio.), "Goldener Mittelbau" (Umsatz EUR 10 bis 50 Mio.) und "Solide Kleinbetriebe" (Umsatz bis EUR 10 Mio.) vergeben. Bei den "Big Playern" sicherte sich im Vorjahr die Lenzing AG den ersten Platz. Das Siegestreppchen beim "Goldenen Mittelbau" hat die Sonnentor Kräuterhandels GmbH erklommen. Als bester "Solider Kleinbetrieb" wurde das steirische Familienunternehmen Elektro Ramert ausgezeichnet.
Was Sieger vom Bewerb halten. Der burgenländische Baustoffkonzern Leier landete 2010 und 2011 im Burgenland auf dem ersten Platz. "Das ist eine tolle Plattform, um sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren", sagt Leier-Chef Fritz Ebner. "Der Wettbewerb ist einzigartig in Österreich. Hier kann man kein X für ein U vormachen. Natürlich profitiert man von der PR als Unternehmen gewaltig." Dennoch will Ebner heuer pausieren. "Wir machen 2012 nicht mit. Jetzt lassen wir mal anderen Unternehmen den Vortritt." Auch Harald Matzka, der gemeinsam mit seinem Bruder die Fäden der Piplan Industrieanlagen Planungsund Montage GesmbH aus Feistritz an der Drau in den Händen hält, bereut seine Teilnahme am Wettbewerb nicht. „Es ist interessant, sich mit anderen Unternehmen in dieser Hinsicht zu messen. Man lernt tolle Leute kennen, und es gibt eine super PR", sagt Matzka, der sich 2010 und 2011 in der Kategorie Kleinbetriebe den ersten Platz sicherte. Keine Frage, dass heuer die Titelverteidigung in Angriff genommen wird. „Aber ob wir es diesmal schaffen, da bin ich mir nicht so sicher", ist Matzka ehrlich.
Hunderte Unternehmen am Start. Im Vorjahr haben sich mehr als 300 Unternehmen der Herausforderung des ALC-Wettbewerbs gestellt. Bei zwei Themen, die im Geschäftsleben immer mehr Gewicht bekommen, trumpfen die Leading Companies besonders auf: bei der Bonität und beim nachhaltigen Wirtschaften. So haben und pflegen 10 % der Teilnehmer ein KSV-Rating unter 200. Bonitätsmäßig heißt das: weltmeisterlich. Von den KSV1870 Experten wird die 100er-Rating-Klasse definiert mit "kein Risiko". In der KSV1870 Wirtschaftsdatenbank mit 370.000 Unternehmen haben weniger als 1 % Top-Ratings. Auch bei der Nachhaltigkeit tut sich immer mehr. Rund 40 % aller ALC-Teilnehmer dokumentierten bereits ihre nachhaltige Unternehmensführung und beteiligten sich an der von PwC Österreich entwickelten und nach internationalen Grundsätzen ausgerichteten Nachhaltigkeitsumfrage zum Erwerb von Bonuspunkten. Das PwCExpertenteam errechnete die Performance-Scores zwischen 0 und 100 % für die Bereiche Governance & Ökonomie, Soziales & Gesellschaft sowie Umwelt & Klimaschutz.
Transparenz setzt sich durch. Doch wie schwer oder leicht tun sich Unternehmen mit dem "Zahlen-Striptease", der beim Wettbewerb "Austria's Leading Companies" verlangt wird? Fritz Ebner vom Baustoffkonzern Leier hatte jedenfalls in der Vergangenheit kein Problem damit, seine Unternehmenskennzahlen offenzulegen. "Wer das nicht will, ist beim Wettbewerb falsch", sagt der Unternehmer, der allerdings auch einen Wermutstropfen sieht. "Der Wettbewerb könnte von den Banken mehr gewürdigt werden - aber dafür können die Veranstalter nichts." Die Gewinner werden mit einem Kunstwerk ausgezeichnet, das aus der Werkstatt des Wiener Bildhauers und Restaurators Martin Klobassa stammt. Das Schmuckstück ist einem Schwemmholz nachempfunden. Die daraus zu einem Flügel abgewandelte Form wurde vom Künstler aus Kunststoff gegossen, silber schimmernd patiniert und auf einen Granitsockel gestellt.
Zum Thema: Johannes Nejedlik, Vorstand der KSV1870 Holding AG
Wir können stolz sein auf die Erfolge der österreichischen Unternehmen. Damit diese nicht im Verborgenen bleiben, holen wir sie im Rahmen des ALC Jahr für Jahr vor den Vorhang. Es ist eine Gelegenheit, ihnen zu danken und zu zeigen, dass wir ihre Leistung und ihre Vorbildwirkung für junge Unternehmer schätzen. Auch 2012 findet der Businessbewerb wieder statt. Ab Juni nehmen wir Bewerbungen gerne entgegen, Anmeldungen bitte über http://alc.ksv.at.
Text: THERESA BERGER
Foto: Robert Kneschke - Fotolia.com
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