Jungunternehmer: Gefährdete Spezies mit Mumm
Wien, 12.08.2010 - Nach wie vor gelten die ersten Jahre nach Unternehmensgründung als kritisch. Von insgesamt 6.902 Insolvenzen 2009 sind 35,6 Prozent nicht älter als drei Jahre geworden. Unternehmen, die im Vergleich zehn Jahre oder länger auf dem Markt agieren, sind bedeutend seltener von Insolvenzen betroffen. Den 6.902 Insolvenzen im Vorjahr stehen 28.908 Neugründungen - also eine Flut an neuen Unternehmen - gegenüber. Haben sich die Insolvenzen im Verhältnis zum Vorjahr um 9,3 Prozent erhöht, so blieb die Gründungsaktivität hierzulande trotz Wirtschaftsabschwungs weitgehend stabil (nur minus 2,1 %).
„Wenig überraschend gelten die ersten Jahre eines Unternehmens als Bewährungsprobe, schließlich müssen die ambitionierten Gründer zeigen, dass sie neben einer guten Geschäftsidee auch über die kaufmännischen Fähigkeiten verfügen, um ein Unternehmen `kalkulatorisch´ zum Erfolg zu führen", so Johannes Nejedlik, Vorstand der KSV1870 Holding AG. Jahr für Jahr sind fehlendes betriebswirtschaftliches Know-how und mangelnde Planung allgemein die häufigsten Insolvenzgründe. „Wer sich im Vorfeld einer Gründung entsprechendes Fachwissen aneignet und sich beraten lässt, ist aber eindeutig im Vorteil."
„Die konstante Gründungsaktivität ist ein gutes Zeichen für die österreichische Volkswirtschaft. Um den heimischen Markt anzukurbeln, werden gerade jetzt neue Geschäftsideen und vor allem auch neuer Optimismus gebraucht. Zwar hat die Krise viele Unternehmer verunsichert - wie es scheint, gehören die Neugründer aber nicht dazu. Zudem stehen dem Anstieg an Insolvenzen ungleich mehr neu gegründete Unternehmen gegenüber, die sich nun beweisen wollen", so die Einschätzung von Johannes Nejedlik.
Der überwiegende Großteil der Gründer agierte auch 2009 als nicht protokollierte - also nicht im Firmenbuch eingetragene - Einzelunternehmer (78,4 %). Der Vorteil dabei: Die Gründung erfolgt verhältnismäßig schnell, unkompliziert und kostengünstig. Der Unternehmer kann sehr selbständig agieren, haftet aber auch unbeschränkt. Bei den restlichen 21,6 Prozent handelte es sich um protokollierte Unternehmen (z. B. GmbH, KEG, OEG usw.) - wobei GmbHs besonders häufig vorkommen. Bei ihnen ist ein Mindeststammkapital von EUR 35.000 erforderlich, das als Seriositätsschwelle für Gründer gedacht ist. Diese Rechtsform eignet sich besonders für Zusammenschlüsse von Partnern. Das Verhältnis zwischen Einzelunternehmern und protokollierten Unternehmen ist in den vergangenen Jahren konstant geblieben.
Rückfragenhinweis:
Karin Stirner
Leiterin Unternehmenskommunikation
KSV1870 Holding AG
Wagenseilgasse 7
1120 Wien
Telefon: 050 1870-8226
e-Mail: stirner.karin@ksv.at
Zurück zur Übersicht





