1. Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung heute am LG Klagenfurt eröffnet
Der KSV1870 als staatlich bevorrechteter Gläubigerschutzverband informiert über folgende Insolvenz:
Am 1.7.2010 wurde über das Vermögen der Kärntner Druck- und Verlagsgesellschaft m.b.H., Viktringer Ring 28, 9020 Klagenfurt
das Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung am Landesgericht Klagenfurt eröffnet.
- Handelsrechtlicher Geschäftsführer (von den Gesellschaftern mit dem Sanierungsmanagement beauftragter Übergangsgeschäftsführer) ist seit 5.5.2010 Dr. Peter Haric, geb. 9.9.1968.
- Gesellschafter sind die Sozialdemokratische Partei Österreichs, Landesorganisation Kärnten
mit einer Stammeinlage von EUR 36.350,-- (ca. 3%) und die Media - Beteiligungsgesellschaft mbH mit einer Stammeinlage von EUR 1.134.120,-- (ca. 97%). Das Stammkapital wurde zur Gänze einbezahlt.
- Gegenstand des Unternehmens: Druckereibetrieb
- Betroffene Dienstnehmer: rd. 149: 50 Dienstnehmer wurden über das Frühwarnsystem beim AMS zur Kündigung angemeldet.
- Betroffene Gläubiger: rd. 110
- Höhe des freien Vermögens: rd. EUR 5,7 Mio.
- Höhe der unbesicherten Schulden: rd. EUR 14,6 Mio
Sanierungsplanantrag: 30% zahlbar wie folgt:
10% binnen eines Monats ab Annahme des Sanierungsplans, nicht jedoch vor Rechtskraft der Aufhebung des Insolvenzverfahrens,
10% binnen 12 Monaten ab Annahme des Sanierungsplanes,
10% binnen 24 Monaten ab Annahme des Sanierungsplanes.
Die zur Erfüllung des Sanierungsplanes nötigen Reorganisationsmaßnahmen, laut Insolvenzantrag:
- Kündigung von 40 Dienstnehmern
- Investitionen in den Standort Industriering, Klagenfurt
- Übernahme der Geschäftsanteile durch einen strategischen Investor, welcher das Potential hat, zusätzliche Umsätze zu generieren.
Die Schuldnerin führt in ihrem Antrag die Insolvenz auf folgende Ursachen zurück:
„Umsatzrückgang innerhalb der letzten sechs Jahre um 30%: So ist der Jahresumsatz von ca. 22 Mio. im Jahr 2004 auf ca. 15 Mio. im Jahr 2009 gesunken."
„Überhöhter Personalaufwand aufgrund Entlohnung von Dienstnehmern über dem Kollektivvertrag: Der Personalaufwand macht 41,5% des Umsatzes aus. Die Benchmark (durchschnittlicher Personalaufwand) in der Druckereibranche beträgt ca. 35% des Umsatzes."
Überalterung des Maschinenparks:
Sowohl der Maschinenpark, als auch die EDV Ausstattung ist überaltert, was die Wettbewerbsfähigkeit entsprechend negativ beeinflusst hat."
Diese Angaben konnten in der kurzen Zeit vom KSV1870 noch nicht überprüft werden.
Der KSV1870 bietet allen Gläubigern an, sie in diesem Fall zu vertreten.
Rückfragen
Mag. Barbara Wiesler
Leiterin Niederlassung Klagenfurt
Telefon 050 1870-6013, e-Mail: wiesler.barbara@ksv.at
Zurück zur Übersicht





