funworld ag

Insolvenzverfahren über oberösterreichischen Spielgerätehersteller am LG Wels eröffnet

Newsbild Am 28.07.2010 wurde über das Vermögen der Funworld ag, 4860 Lenzing, Photo Play Straße 1 das Insolvenzverfahren am Landesgericht Wels eröffnet.

Gegenstand des Unternehmens: Produktion von elektronischen Unterhaltungsautomaten (gewaltfreie Games), von Dartautomaten bis hin zu Spielen mit rein unterhaltendem oder informativem Charakter, wie die Eigenentwicklung „Photo Play" (interaktives Computerspiel) und insbesondere der Vertrieb bzw. der Handel mit Unterhaltungsautomaten.

Betroffene Dienstnehmer: 80

Betroffene Gläubiger: 137

Höhe der Passiva: rd. EUR 26,7 Mio.

Höhe der Aktiva: rd. EUR 2,9 Mio.

Insolvenzursache: Massive Umsatzrückgänge infolge der Wirtschaftskrise, kostenintensive Einführung neuer Produkte, Liquiditätsprobleme durch Altlasten

Weitere verfahrensrelevante Daten:

Das Unternehmen wurde 1980 gegründet als FUNWORLD Elektronik Ges.m.b.H. und im Jahr 1999 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

Der Großteil der Produktion wurde bereits 2002 an Fremdfirmen ausgelagert. Der Inlandsvertrieb wurde 2000 in die „funworld austria gmbH" ausgegliedert. Der Bereich Geldspielautomaten wurde 1993 in eine ehemals nahestehende Gesellschaft ausgelagert.

Anfänglich wurde der Handel sowie die Aufstellung von Spielautomaten betrieben, ab 1985 entwickelte und produzierte man Hard- bzw. Software. Mitte der 90iger Jahre wurde das Produkt Photo Play am Markt eingeführt. Ende der 90iger Jahre vernetzte man die Terminals via Internet. Ab dem Jahr 2000 erweiterte man die Produktpalette um sogenannte Kinderterminals „Touch Toy".

Ab 2008 war man im Zuge einer „Mehrproduktstrategie" in den Geschäftsbereichen Sportwetten (Herstellung von Wetterminals), Internetspieleplattformen (funwin), Pokerspiele in Italien (GAMX) sowie der Entwicklung virtueller Industrieterminals tätig. Die Entwicklung und Markteinführung dieser neuen Produkte erwies sich als kostenintensiv.

Bereits 2007 schlitterte das Unternehmen in finanzielle Turbulenzen und wurde mit Banken ein Forderungsverzicht bzw. -stundungen vereinbart. Die Wirtschaftskrise löste deutliche Umsatzrückgänge aus. Insbesondere im Hauptabsatzmarkt Griechenland wirkte sich das dort umgesetzte Sparprogramm maßgeblich auf das Konsumverhalten der Privaten aus.

Auch am deutschen Markt wurden im ersten Halbjahr 2010 beinahe nur die Hälfte der prognostizierten Umsätze erreicht. Gründe dafür werden - unabhängig von der Wirtschaftskrise - auch in internen Problemen mit der Vertriebsstruktur gesehen.

Es ist geplant das Unternehmen ab Insolvenzeröffnung fortzuführen. Eine sofortige Schließung würde zum Zusammenbruch der bestehenden Vernetzungen der Spiele- und Wettterminals führen. Eine Veräußerung von Unternehmens-(teil)bereichen setzt also einen „lebenden Betrieb" voraus.

Betroffene Gläubiger können ihre Forderungen zu diesem Insolvenzverfahren (Eigenantrag ohne Sanierungsplan) bis zum 18.10.2010 anmelden.

Der KSV1870 bietet allen Gläubigern an, sie in diesem Fall zu vertreten.

Rückfragen
Mag. Petra Wögerbauer
K S V Insolvenz Linz
Telefon 050 1870-4031, e-Mail: insolvenz.linz@ksv.at


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