Erstes Sanierungsverfahren nach neuem Insolvenzrecht in NÖ eröffnet!
Das Landesgericht St. Pölten hat heute, 01.07.2010 das Sanierungsverfahren über das Vermögen der
PROPELLER Filmproduktions GmbH, 3434 Tulbing, Hauptstraße 4,
eröffnet. Es handelt sich um das erste, in Niederösterreich eröffnete Verfahren nach dem heute in Kraft getretenen, neuen Insolvenzrecht. In gegenständlichem Fall handelt es sich um ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung. Dies bedeutet, dass der Geschäftsführer des Unternehmens keine eigenständigen Rechtshandlungen setzen darf, sondern den Weisungen des Masseverwalters unterliegt.
Zum Masseverwalter wurde der St. Pöltener Rechtsanwalt Mag. Markus Mayer bestellt.
Es sind 18 Gläubiger von der Insolvenz betroffen, die ihre Forderung über den KSV1870 anmelden können. Die gerichtliche Anmeldefrist wurde mit 10.08.2010 festgesetzt.
Die Berichts- und Prüfungstagsatzung wurde für den 31.08.2010 anberaumt, die Abstimmung über den angebotenen Sanierungsplan wird am 28.09.2010 beim LG St. Pölten stattfinden.
Gegenstand des Unternehmens ist die Herstellung von Werbefilmen, wobei man auf die Produktion von Filmsequenzen aus Luftfahrzeugen spezialisiert ist. Als bekannte Beispiele aus der „Propeller-Produktion" sind der „Memphis - Pilot" und das „Casali - Mädchen" zu nennen. Auftraggeber waren bekannte Unternehmen wie z. B. Austria Tabak AG, Kika, Manner und Telekom Austria.
Geschäftsführer Marcus Schindler-Strauss sah sich zur Beantragung des Insolvenzverfahrens veranlasst, da der Markt für hochwertige, aber auch aufwändige Werbefilme nach seiner Darstellung de facto zusammengebrochen ist. Das Unternehmen ist daher bereits eingestellt und hat keine Dienstnehmer mehr. Ehemals waren bis zu acht Mitarbeiter beschäftigt.
Die Passiva betragen laut Schuldnerangaben ca. EUR 136.000,-- .
Den Gläubigern wird ein Sanierungsplan in Höhe von 20%, zahlbar innerhalb von zwei Jahren ab Annahme geboten. Der KSV1870 erblickt darin aber vorerst nur das gesetzliche Mindestanbot und wird in den kommenden Verhandlungen für eine realistische Verbesserung des Zahlungsvorschlages eintreten.
Marcus Schindler-Strauss beabsichtigt, das Unternehmen in Zukunft in kleinerem Umfang als Einzelunternehmen weiterzuführen, um daraus die Mittel für die Erfüllung des Sanierungsplans zu erwirtschaften.
Der KSV1870 bietet allen Gläubigern an, Sie in diesem Fall zu vertreten
Rückfragen
Dr. Alexander Klikovits
KSV-Insolvenzreferent
Telefon 050 1870-8336, e-Mail: klikovits.alexander@ksv.at
Wien, 01.07.2010
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