Neues Sanierungsverfahren über Flugunternehmen in Linz
über das Vermögen der
M.A.P. Management + Planning GmbH, 4030 Linz, Binderlandweg 7
(vormals 1020 Wien, Handelskai 265)
Gegenstand des Unternehmens:
Luftfahrtunternehmen, Erbringung von Dienstleistungen für die Luftfahrt , Durchführung von Bedarfs- und Linienflügen für Geschäftsreisende
- Betroffene Dienstnehmer: derzeit 2 (ehemals ca. 50 Beschäftigte)
- Betroffene Gläubiger: rd. 320
- Höhe der Passiva: rd. EUR 4,3 Mio.
- Höhe der Aktiva: rd. EUR 2 Mio.
- Insolvenzursache: Forderungsausfälle, hohe Reparatur- und Wartungsarbeiten bei einem Leasingflugzeug
Weitere verfahrensrelevante Daten:
Das Unternehmen hatte ursprünglich den Sitz in Wien. Aufgrund der ständigen Zusammenarbeit mit einem konzernmäßig verbundenen Instandhaltungsbetrieb am Flughafen Linz-Hörsching erfolgte die Sitzverlegung nach Linz.
Derzeit sind noch 2 Dienstnehmer im Unternehmen beschäftigt, die übrigen Dienstverhältnisse wurden aufgrund der negativen wirtschaftlichen Entwicklungen bereits aufgelöst.
Das Unternehmen übernahm für diverse Eigentümer die Zulassung von Luftfahrzeugen und trat als Halter von Flugzeugen in Österreich auf, wofür ein Management-Fee bezahlt wurde. Zudem wurden auf Provisionsbasis Luftfahrzeuge verchartert.
Der Vorteil für die Eigentümer der Luftfahrzeuge lag darin, dass man als Halter eines Fluggerätes mit österreichischer Zulassung steuerliche Vorteile (Umsatzsteuerbefreiung, Mineralölsteuerbefreiung etc.) erhält. Zum Kundenkreis zählten neben Banken auch Geldmagnaten aus der früheren Sowjetunion bzw. aus den Nachfolgestaaten aus dem nahen Osten.
Das Unternehmen war auch berechtigt eigene Fluggeräte zu betreiben und im Linienflug einzusetzen. Es wurde ein Luftfahrzeug der Type MD80 geleast um Linien- und Charterflüge durchzuführen. Im Wirtschaftsjahr 2009/2010 traten jedoch erhebliche Mängel am geleasten Luftfahrzeug auf und waren langwährende Reparatur- und Wartungsarbeiten notwendig. Aufgrund des Stillstandes des Luftfahrzeuges konnten Crew- und sonstigen Personalkosten nicht mehr bedient werden. Zudem mussten größere Forderungsausfälle in Kauf genommen werden.
Der Betrieb ist derzeit aufrecht.
Den Gläubigern wird im Rahmen dieses Verfahrens eine Sanierungsplanquote (30 % zahlbar binnen 2 Jahren ab Annahme des Sanierungsplanes) angeboten. Über diesen Vorschlag wird am 19.03.2012 beim Landesgericht verhandelt und abgestimmt werden. Die Mittel dafür sollen im Rahmen der konzernverbundenen Unternehmen über eine Abtretung von Anteilen an einen Investor aufgebracht werden.
Betroffene Gläubiger können ihre Forderungen zu diesem Insolvenzverfahren über den KSV1870 bis zum 05.03.2012 anmelden.
Rückfragen
Mag. Petra Wögerbauer
KSV1870 Insolvenz Linz
Telefon 050 1870-4031, E-Mail: insolvenz.Linz@ksv.at
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