Insolvenz in der Maschinenbaubranche

13.01.2012 Konkurseröffnung am LG Ried

über das Vermögen der

Maraton-Maschinenbau GmbH, Teichstätt 87, 5211 Friedburg

Gegenstand des Unternehmens:
Herstellung von sowie Großhandel mit land- und forstwirtschaftlichen Maschinen, Mechanik

Insolvenzursache: Fälligkeit der 2. Sanierungsplanquote aus dem vorhergehenden Sanierungsverfahren, Reduzierung der ursprünglich zugesagten Vorfinanzierungsquote durch die Hausbank, Austritt eines Großteils der Mitarbeiter trotz hoher Auftragsstände

Weitere verfahrensrelevante Daten:

Wie bereits am 19.10.2010 in unserer Pressemeldung berichtet, beschäftigt sich die Firma Maraton-Maschinenbau GmbH mit der Erzeugung und dem Vertrieb von landwirtschaftlichen Fahrzeugen, vor allem Heukränen und Anhängern. Desweiteren wird eine Laserschneid-anlage betrieben.

Zu diesem Zeitpunkt schlitterte dieses Unternehmen zum ersten Mal in die Insolvenz. Damals wurden rd. EUR 5,3 Mio. an zu befriedigenden Gläubigerforderungen festgestellt. Es kam zu einem Sanierungsplan von insgesamt 30 %, dessen erste Teilquote in Höhe von 10 % binnen eines Monates nach der am 25.1.2011 angenommenen Annahme dieses Sanierungsplanes vom Unternehmen noch geleistet wurde.

Nun konnte aber die jetzt fällige Zahlung der 2. Teilquote in Höhe von 10 % nicht mehr bewerkstelligt werden. Dies ist laut Konkursantrag auf mehrere Gründe zurückzuführen. Einerseits stellte sich heraus, dass es insbesondere an dem für die schuldnerische Unternehmung so wichtigen Inlandsmarkt wegen des Imageschadens durch die bisherige Insolvenz zu deutlichen Umsatzeinbrüchen kam. Zudem wurde vor kurzem durch die Hausbank die Vorfinanzierungsquote der fakturierten Forderungen von 70 auf 50 % gesenkt, was die angespannte Liquidität zusätzlich massiv einschränkte.

Als weitere Ursache der erneut eröffneten Insolvenz ist im Konkursantrag angeführt, dass ein Großteil der Dienstnehmer - trotz hoher Auftragsstände und einer Vollauslastung der Produktion für die nächsten Monate - am 9.1.2011 nach Beratung durch die Arbeitkammer seinen Austritt erklärte, was naturgemäß zu massiven Produktionsproblemen führte.

Trotz der oa. Probleme verfügt dieses Unternehmen laut Konkursantrag - nach Maßgabe der derzeit zur Verfügung stehenden Mitarbeiter - über einen aufrechten Betrieb und ist keinesfalls vermögenslos. Es steht jedoch nicht die ausreichende Liquidität zur Verfügung, die bereits fällige zweite Sanierungsplanquote aus dem erwähnten, am 18.10.2010 eröffneten Sanierungsverfahren zu begleichen, weshalb Zahlungsunfähigkeit vorliegt und der gegenständliche Antrag gestellt werden musste.

Im Zuge der Weiterführung des Unternehmens bleibt abzuwarten, ob im Insolvenzverfahren ein erneuter Sanierungsplanantrag gestellt wird.

Betroffene Gläubiger können ihre Forderungen zu diesem Insolvenzverfahren bis zum 14.3.2012 anmelden. Der KSV 1870 bietet allen Gläubigern an, sie in diesem Fall zu vertreten.

Rückfragen
Mag. Alexander Meinschad
K S V Insolvenz Linz
Telefon 050 1870-4037
E-Mail: insolvenz.Linz@ksv.at


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