Interview: "Auch wir werden uns verändern und weiterentwickeln"

20.12.2017

Der KSV1870 führte im Rahmen der Mitgliederzeitschrift forum.ksv ein Gespräch mit Generaldirektor-Stv. Georg Kraft-Kinz von der Raiffeisenlandesbankd NÖ-Wien über die künftige Ausrichtung der Bank.

 

Georg Kraft-Kinz, GD-Stv. Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien
Welche Auswirkungen wird die Digitalisierung auf die Filialen haben?
Wir sind davon überzeugt, dass der persönliche Produktabschluss in den nächsten Jahren nicht komplett durch einen Webshop abgelöst werden kann. Dieser kann Beratung einfach nicht in der Qualität bieten, wie dies ein Mitarbeiter im persönlichen Gespräch zu tun vermag. Wir müssen uns aber von dem Gedanken trennen, dass Kunden in unsere Filialen kommen, um dort Transaktionen zu tätigen. Filialen werden zu einem Ort werden, in dem sich Menschen persönlich begegnen und Beratung im Vordergrund steht. Wir möchten unseren Kunden keine Filialen anbieten, sondern Menschen.
 
Wie reagiert Raiffeisen auf die neue Tech-Konkurrenz?
Fintechs sind sehr gut darin, Dinge aus Kundensicht zu betrachten, zu vereinfachen und konkrete Services zu entwickeln. Da sind innovative Lösungen darunter. Wir schauen uns genau an, was wir von diesen Playern lernen können, und stehen grundsätzlich Kooperationen mit Fintechs sehr positiv gegenüber.
 
Wie wird die Digitalisierung die Welt der Banken noch in Zukunft verändern?
Prognosen, die immer wieder kursieren, dass Technologieunternehmen Banken ablösen werden, sind meiner Meinung nach grundsätzlich falsch. Denn sie gehen davon aus, dass sich etablierte Banken nicht verändern und weiterentwickeln. Doch unser größtes Asset ist das Vertrauen unserer Kunden, und das müssen wir uns immer wieder aufs Neue verdienen. Das gelingt uns durch unsere Nähe zu ihnen. Ich bin davon überzeugt, dass es uns auch noch die nächsten 100 Jahre geben wird.

Dieses Interview ist Teil des forum.ksv-Artikels: Banking-Revolution. Die Digitalisierung hebt ab.

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