Insolvenz: Wick Fenster & Sonnenschutz GmbH

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Letztes Update: 03.04.2020 |

Basisdaten

  • 50% Herstellung von sonstigen Konstruktionsteilen und Ausbauelementen aus Holz a.n.g.
    50% Herstellung von Türen, Fenstern, Rahmen, Rollläden und Jalousien aus Kunststoffen
  • Betrieben wird die Erzeugung von Holzfenster, Alu/Holzfenster (lignolium), Kunststoff-Fenster, Kunststoff-Alu-Fenster, Jalousien, Markiesen, Roll-Läden, Vertikaljalousien, Ganzmetallstoren (Metalunic), Faltroll-Läden (Rollpack) sowie Fensterbalken. Die Produktion gliedert sich wie folgt: 5 % Holzfenster 48 % Kunststoffenster 12 % Alu-Holzfenster 35 % Sonnenschutzprodukte. Man übernahm die Aktivitäten per 01.05.2019 (rückwirkend mit 01.01.2019) von der Josef Wick & Söhne Josef Wick & Söhne GmbH & Co KG.
  • 1901
  • FN 504210 k
  • ATU 73912135
  • 23628987
  • 31.12.2018

Presseinformation

•    Gegenstand des Unternehmens: 
Produktion und Vertrieb von Fenstern, Türen und Sonnenschutzanlagen

•    Gesellschafter:
A&M Holding GmbH

•    Geschäftsführer:
Manfred Wick
Josef Scheuer

•    Betroffene Dienstnehmer: 
314 (davon 147 Angestellte und 167 Arbeiter)

•    Betroffene Gläubiger: 
rd. 360

•    Aktiva & Passiva: 
Zu den Aktiva und Passiva des Unternehmens wird im Antrag auf Insolvenzeröffnung ausgeführt, dass die Erstellung eines Status bislang noch nicht abgeschlossen sei und noch nachgereicht werden wird. 
Die aktuellen Bankverbindlichkeiten werden mit rund 5,87 Millionen Euro, ausgenutzte Aval-Rahmen mit rund 2,36 Millionen Euro, Lieferantenverbindlichkeiten mit rund 1,5 Millionen Euro und Verbindlichkeiten bei der öffentlichen Hand mit rund 0,8 Millionen Euro angegeben.
Die bislang bezifferten Passiva belaufen sich ausgehend von diesen Angaben auf rund 10,5 Millionen Euro. 

Insolvenzursache (lt. Schuldnerangaben): 
Zu den Ursachen der Insolvenz wird im Antrag auf Insolvenzeröffnung ausgeführt, dass sich einerseits der Preiskampf in der Fenster- und Sonnenschutzbranche in den letzten Jahren maßgeblich verschärft habe. Insbesondere aus Osteuropa seien neue (Billig-)Anbieter auf den Markt gedrängt, wodurch erzielbare Margen unter Druck geraten seien.
Ferner hätten Meinungsverschiedenheiten zwischen den damaligen Hälfteeigentümern, den Brüdern Manfred und Hermann Wick zu einem „Spaltungsprozess“ des Unternehmens geführt.

Letztlich insolvenzauslösend sei der Umstand gewesen, dass die Hausbank die gesamte Geschäftsverbindung mit Schreiben vom 20.02.2020 gekündigt habe.

Weitere verfahrensrelevante Daten: 
Das oberösterreichische Traditionsunternehmen produziert als Vollsortiment-Anbieter Fenster und Haustüren aus Kunststoff, Kunststoff-Alu, Holz und Holz-Alu. Fenster und Haustüren werden unter der Vertriebsschiene „Wicknorm“ verkauft. Es werden ferner Sonnenschutzinstallationen produziert und unter der Vertriebsschiene „Kosmos“ vertrieben. 

Das schuldnerische Unternehmen wurde mit Errichtungserklärung vom 13.12.2018 gegründet. Mit Spaltungs- und Übernahmevertrag vom 25.04.2019 hat die Schuldnerin den gesamten operativen Betrieb der ehemaligen Josef Wick & Söhne GmbH & Co KG aufgenommen. Hintergrund dieser Spaltung seien seit Längerem bestehende Meinungsunterschiede zur Strategie und zukünftigen Ausrichtung zwischen den ehemaligen jeweils 50%-Gesellschaftern der Josef Wick & Söhne GmbH & Co KG, Manfred Wick und dessen Bruder Hermann Wick gewesen.

Das Unternehmen hat zwar seinen Sitz in 4655 Vorchdorf, Feldhamer Straße 2, befindet sich jedoch an dieser Adresse nur die Produktion, während die Verwaltung und Geschäftsleitung am Betriebsstandort in 4020 Linz, Wiener Straße 125 stattfinden. Die täglich faktische Leitung des Unternehmens erfolgt im Sprengel des Landesgerichtes Linz und wurde der Antrag auf Insolvenzeröffnung daher bei diesem Gericht eingebracht.    

Schuldenabbau und die Neuaufstellung der Finanzierung des Schuldnerunternehmens  sollen den Eigenangaben im Antrag auf Insolvenzeröffnung zu Folge nunmehr im Zuge von Restrukturierungsmaßnahmen im gegenständlichen Insolvenzverfahren bewerkstelligt werden.
Angedacht sei eine übertragende Sanierung des Unternehmens bzw. einzelner Bereiche auf einen neuen Unternehmensträger eines Investors und die Verwendung der dafür fließenden Mittel zur Finanzierung eines Sanierungsplanes. 

Der zugleich mit dem Antrag auf Insolvenzeröffnung unterbreitete Sanierungsplanvorschlag sieht eine Sanierungsplanquote von 20 %, zahlbar binnen zwei Jahren ab Annahme des Sanierungsplanes vor.

Laut Auswertung des KSV1870 handelt es sich bei der gegenständlichen Insolvenz jedenfalls um das bislang größte Insolvenzverfahren des Jahres 2020 in Oberösterreich, gefolgt von der TK Maschinenbau GmbH, 4621 Sipbachzell mit Passiva in Höhe von rund 2,2 Millionen Euro und der  ebner tec gmbh, 4493 Wolfern mit Passiva in Höhe von rund 2,1 Millionen Euro.

Die Angaben des schuldnerischen Unternehmens konnten in der kurzen Zeit vom KSV1870 noch nicht ausreichend überprüft werden.

Insolvenzverwalter:

Zum Insolvenzverwalter wurde Dr. Peter Shamiyeh, Rechtsanwalt in 4020, zu dessen Stellvertretern wurden Mag. Christina Rupprecht, Rechtsanwältin in 4020 Linz und Mag. Christopher Schuster, Rechtsanwalt in 4020 Linz bestellt.

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