Großinsolvenz im Anlagenbau: CTP Chemisch Thermische Prozesstechnik, Graz

Mit heutigem Tag wurde am Landesgericht Graz unter der GZ 25 S 10/18k über die
 
CTP Chemisch Thermische Prozesstechnik GmbH
Schmiedlstraße 10, 8042 Graz St. Peter

 
ein Konkursverfahren eröffnet.
  • Gegenstand des Unternehmens:
    Betrieben wird die Planung, Erstellung und Lieferung von kompletten, schlüsselfertigen Abgasreinigungsanlagen für Industriebetriebe (Pharma- und Lebensmittelindustrie, Druckereien, Elektronik-, Mineralöl-, Holz-, Fahrzeug- und Aluminiumindustrie).
     
  • Geschäftsführer:
    DI Michael Klimisch
    Mag. Robert Kobierski
     
  • Gesellschafter:
    Sinto Kogyo Kabushikigaisha („Sintokogio, Ltd.“)                      (25,1 %)
    CTP Beteiligungsmanagement GmbH                                      (74,9 %)
     
  • Betroffene Dienstnehmer: ca. 89 
  • Betroffene Gläubiger: rd. 394 
     
  • Passiva: rd. EUR 21,5 Mio. (zu Liquidationswerten) 
  • Aktiva: rd. EUR 6,2 Mio. (zu Liquidationswerten) 
Insolvenzursachen (lt. Schuldnerangaben):  
Der Antragstellerin gelang zwar eine Umsatzsteigerung in den letzten Jahren, was zu einem ausgeglichenen Jahresergebnis 2016 führte. Durch das „angespannte“ Marktumfeld im Jahr 2017 zeichneten sich  jedoch Verluste in den einzelnen Aufträgen ab. Diese sind gekennzeichnet durch eine Änderung der Projektstruktur (Standardprojekte werden vermehrt von Billiganbietern bedient), dies führte zu einem Anstieg von großen, komplexen Anlagenbauprojekten, welche mit einem höheren Risiko verbunden sind. Im Einkauf kam es zu Verteuerungen bei geringerer Kostendeckung. Margen reduzierten sich und führte dies bei einzelnen Projekten zu Verlusten.

In den letzten Wochen wurden bereits Verhandlungen mit möglichen strategischen Investoren über die Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung im Unternehmen und einer kurzfristigen Erhöhung des Projektfinanzierungsbedarfes geführt. Aufgrund des Zeitdruckes konnten diese nicht finalisiert werden und wurde die Insolvenzantragstellung unausweichlich.
 
Bestehende Aufträge sollen in der Insolvenz fortgeführt werden. Fragen der Projektfinanzierung sind zu klären, der Insolvenzverwalter wird nach Prüfung der einzelnen Projekte über deren Fortführung zu entscheiden haben.
Ergibt sich aus der Fortführung ein positiver Cashflow hält sich die Schuldnerin die Option eines späteren Sanierungsplanantrages offen.
 
Weitere verfahrensrelevante Daten:
Die schuldnerische Gesellschaft wurde mit Gesellschaftsvertrag vom 03.07.1985 gegründet und kam es 2010 zu einer strategischen Beteiligung der Sinto Kogy Kabushikigaisha
(„Sintokogio, Ltd.“). Im Jahr 2014 wurden DI Michael Klimisch und Mag. Robert Kobierski in die Geschäftsführung bestellt.
Neben dem Firmensitz in Österreich verfügt das schuldnerische Unternehmen über ein weit verzweigtes Vertriebs- und Kundendienstnetz:
  • Tochterfirmen in Korea, China, Frankreich, Schweden, Spanien und den USA
  • Lizenznehmer in Australien und Japan
  • Zahlreiche Partner in anderen Ländern 
Die CTP zählt zu den führenden Unternehmen in der industriellen Abgasreinigung, wobei die Abgasreinigungsanlagen nicht nur die industrielle Luftverschmutzung verringern und damit zur Erhaltung der Luftreinheit beitragen kann, sondern den Auftraggebern auch die Abwärmerückgewinnung und Senkung ihres Energieverbrauches bringt.
 
Die Angaben konnten in der kurzen Zeit vom KSV1870 noch nicht überprüft werden.
  • Zum Insolvenzverwalter wurde Herr Dr. Alexander ISOLA, Rechtsanwalt in 8010 Graz, Marburger Kai 47 bestellt.
  • Die Anmeldefrist wurde mit 08.03.2018 bestimmt. Der KSV1870 bietet allen Gläubigern an, Sie bei diesem Fall zu vertreten. Ihre Forderungen senden Sie bitte an ins.graz@ksv.at.
  • Die erste Gläubigerversammlung wurde für den 08.02.2018 und die Berichts- und Prüfungstagsatzung wurde für den 22.03.2018 anberaumt.
Graz, 26.01.2018
 
Rückfragen:
Mag. Georg Ebner
KSV1870 Insolvenz Graz
Telefon 050 1870-2035, e-mail: georg.ebner@ksv.at
 
René Jonke
KSV1870 Leiter Standort Graz
Telefon 050 1870 2012, e-mail: jonke.rene@ksv.at