Großinsolvenz: ESTO Lighting GmbH, Velden

Am 30.10.2018 wurde über das Vermögen der Firma
 
ESTO Lighting GmbH
Jessenigstraße 2, 9220 Velden

 
ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung am Landesgericht Klagenfurt eröffnet. 

  • Gegenstand des Unternehmens:
    Leuchtenhandelsunternehmen – das Unternehmen hat sich auf die Entwicklung, das Design, die Qualitätskontrolle den Import und den Vertrieb von Produkten aus asiatischen und teilweise europäischen Produktionsstätten spezialisiert.Die Leuchten werden von der ESTO Lighting GmbH entwickelt und in China von Partnerunternehmen produziert. Die Abteilungen für Design, Qualitätssicherung, Vermarktung und Verkauf befinden sich am Firmensitz in Velden.
  • Unternehmensgeschichte:
    Die ESTO Leuchtenfabrik in St. Egyden wurde im Jahr 1969 von Peter Stroj, geb. 27.4.1936 gegründet. 1972 wurde die Elektronic-Service-Gesellschaft m.b.H. errichtet und wurde der Sitz der Firma 1974 nach Lind ob Velden am Wörthersee verlegt. Im Jahr 2003 erfolgte die Gründung der ESTO Lighting GmbH.
  • Geschäftsführer: 
    Mag. Peter Konstantin Stroj, geb. 29.5.1965
    Manuel Urban, geb. 23.2.1981
  • Gesellschafterstruktur:
    Die ESTO Lighting GmbH steht zu 100% im Eigentum der Elektronic-Service GmbH. Gesellschafter sind Peter Stroj, geb. 27.4.1936 (51% Anteil) und Mag. Peter Konstantin Stroj, geb. 29.5.1965 (49% Anteil).

    Die ESTO lighting GmbH hält zudem Anteile an den Vertriebstöchtern Rasveta d.o.o., Serbien (70% Anteil) und ESTO Rasvjeta d.o.o., Bosnien (60% Anteil). Bei der ESTO (Jiangmen) Lighting & Elektronic Application Co. Ltd handelt es sich um das ehemalige Fertigungszentrum in Jiangmen, welches geschlossen wurde und nicht mehr operativtätig ist. Die VENTINI-kreative Produkte GmbH ist für den Online-Vertrieb und ESTO Smartlighting zuständig. Die Economic Lighting (Hongkong) Co. Limited entwickelt das Containergeschäft über China ab.
     

  • Betroffene Dienstnehmer: 42 (13 Arbeiter und 29 Angestellte) 
  • Betroffene Gläubiger: rd. 80 
  • Passiva:
    rd. 8,6 Millionen Euro 
  • Aktiva:
    rd. 6,2 Millionen Euro 
  • Sanierungsplan: 30 Prozent binnen 2 Jahren 

Das Erfordernis soll aus der Betriebsfortführung aufgebracht werden. Restrukturierungsschritte wie Schließung unrentabler Unternehmensteilbereiche, Fokussierung auf das Containergeschäft, Reduktion des Lagerbestandes und Sonderverkaufsmaßnahmen sind geplant.
 
Ab sofort können Gläubigerforderungen bis zum 27.11.2018 (gerichtliche Anmeldefrist) über den KSV1870 angemeldet werden. Mail: insolvenz.klagenfurt@ksv.at
 
Insolvenzursache (lt. Schuldnerangaben):  

„Umsatzrückgang im Kerngeschäft „Sortiment“:
Das Sortimentgeschäft stellt traditionell den Hauptumsatz und Margenbringer dar. In der Vergangenheit wurden zahlreiche Möbelhäuser und Baumärkte beliefert. Aufgrund der immer stärkeren Zentralisierung des Einkaufes durch Möbel und Baumarktketten und des damit verbundenen Preisdruckes, ist es in den letzten Jahren zu signifikanten Umsatz- und Ertragsrückgängen gekommen. Diese konnten durch positive Entwicklungen in anderen Unternehmensbereichen nicht kompensiert werden. 

  • Personelle Abgänge
    Zudem ist im letzten Jahr ein Geschäftsführer mit dem Schwerpunkt Vertrieb ausgetreten. Dazu kam auch der Abgang des Vertriebsleiters und eines ihm zugehörenden Mitarbeiters für den deutschen Kernmarkt. Diese wichtigen Positionen und insbesondere das damit verbundene Know-How und die Marktkenntnis konnten in so kurzer Zeit nicht gleichwertig substituiert werden
  • Veränderte Marktsituation - Onlinehandel
    Kein eigener Onlineshop
  • (Zu) großes Warenlager
    Das im Lager – oft wegen längerer Umschlagzeiten – gebundene Vermögen fehlt im laufenden Betrieb. Dazu kommt, dass einige Produkte schon sehr lange vorrätig und schwieriger zu verkaufen sind.
  • Zu hohe Fixkosten
    Den niedrigen Margen der letzten Jahre standen gleichbleibende und steigende Fixkosten gegenüber. Dies mündet in der Verschlechterung der Liquiditätssituation.“

Die Angaben konnten in der kurzen Zeit vom KSV1870 noch nicht überprüft werden.