Großinsolvenz: INTREPID GesmbH, 7011 Siegendorf

14.07.2017

Die Firma

INTREPID GesmbH
7011 Siegendorf, Industriegebiet 1

hat ihre Zahlungen eingestellt und beim Landesgericht Eisenstadt ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung beantragt. Der Insolvenzantrag wird vom Gericht derzeit geprüft, sodass das Verfahren offiziell noch nicht eröffnet ist.

  • Gegenstand des Unternehmens:
    Betrieb von Kantinen auf dem Sprotgelände Ritzing und am Betriebsgelände in Siegendorf. Weiterer Utnernehmensgegenstand ist die Hausverwaltung sowie der betrieb eines Fitnessstudios in Ritzing.
  • Betroffene Dienstnehmer:
    28 (26 Arbeiter, 2 Angestellte)
  • Betroffene Gläubiger:
    63
  • Passiva:
    EUR 1,6 Mio. (nach Schuldnerangaben)
  • Aktiva:
    EUR 1,38 Mio. zu Buchwerten, die im vorliegenden Status auf EUR 169.000,-- abgewertet wurden.
  • Sanierungsplananbot:
    30 % innerhalb von zwei Jahren ab Annahme. Dabei handelt es sich um das gesetzlich vorgesehene Mindestanbot für ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung, sodass aus Sicht des KSV1870 vorerst nur ein reines Formalanbot vorliegt. Wir werden im Interesse der Gläubiger prüfen, in welcher Weise der vorliegende Zahlungsvorschlag verbessert werden kann.

Ab sofort können Gläubigerforderungen über den KSV1870 angemeldet werden.

Insolvenzursachen (lt. Schuldnerangaben): 
Bis vor kurzem beschäftigte das Unternehmen 26 für den FC Ritzing tätigen Fußballspieler als Angestellte und stellte diese dem SC Ritzing entgeltlich zur Verfüguing. (Zur Erinnerung: Über den SC Ritzing war am 28.07.2014 ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet worden. Dieses Verfahren wurde am 18.02.2015 wiederum aufgehoben, nachdem die Gläubiger einen Sanierungsplan mit einer Quote von 21 % akzeptiert hatten, der zwischenzeitig auch erfüllt wurde.). Im Rahmen der Insolvenz des SC Ritzing wurden verschiedene Rechtsauffassungen bezüglich der abgabenrechtlichen Behandlung der Spieler-Thematik vertreten. Es kam letztlich zu erheblichen Nachverrechnungen seitens der Abgabengläubiger im Ausmaß von EUR 600.000,--. Erschwerend wirkten sich auch erhebliche Meinungsverschiedenheiten mit einem Mieter aus, dem die INTREPID GmbH vorwirft, widerrechtlich einen Betrag von EUR 140.000,-- einbehalten zu haben. Nach Eigenangaben des Unternehmens wird zur Klärung dieses Streits eine Prozessführung unvermeidlich sein. Die Summe der angeführten Umstände führte letztlich zur Insolvenz.

Es ist nunmehr beabsichtigt das Unternehmen fortzuführen, wobei jedoch in Zukunft keine Fußballer mehr beschäftigt werden sollen. Auch die Sparte Hausverwaltung soll in Zukunft neu organisiert werden.
 
Wien, 14.07.2017
 
Rückfragen:

Dr. Alexander Klikovits
Leiter Insolvenzen NÖ/Bgld.
Telefon: 050 1870-8336
E-Mail: klikovits.alexander@ksv.at

Von einer Insolvenz betroffen? Was wir für Sie tun können: KSV1870 Insolvenz