Großinsolvenz: Wozabal-Gruppe, 4040 Linz

28.11.2017

Der KSV1870 informiert über die aktuelle Entwicklung in den Insolvenzverfahren
der 6 Unternehmen der Textilservice-Gruppe Wozabal:

 
In zwei der insgesamt 6 anhängigen Insolvenzverfahren fanden heute am Landesgericht Linz die Sanierungsplantagsatzungen statt. Die nächsten drei Verhandlungen sind für kommenden Donnerstag am Landesgericht Wels anberaut. Die sechste und letzte Verhandlung ist am Landesgericht Linz für Jänner kommenden Jahres ausgeschrieben.
 
Heute ging es einmal um die Sanierungspläne der Firmen
 
Wozabal Textilservice GmbH & Co KG, 4040 Linz, Freistädterstr. 230, sowie
Wozabal MPZ Medizinproduktezentrum GmbH & Co KG, 4040 Linz, Freistädterstr. 230

 
Verhandelt wurde der von Wozabal den Gläubigern angebotene 20%ige Sanierungsplan, der binnen 2 Jahren erfüllt werden soll. In beiden Verfahren geht es um anerkannte Gläubigerforderungen von zusammen 78,2 Millionen Euro, wovon rund 53 Millionen Euro eigene Verbindlichkeiten der beiden Firmen sind, der Rest sind eingegangene Haftungen für andere Konzerngesellschaften.
 
Die Insolvenzverwalter haben schon im Vorfeld dieser Verhandlungen eine 20%ige Quote als nicht angemessen beurteilt, denn ein Verkauf der Unternehmensgruppe würde wegen der vorhandenen Interessenten nicht nur dessen Bestand und die Arbeitsplätze sichern, sondern auch einen höheren Erlös für die Gläubiger erwarten lassen. Wozabal reagierte heute darauf und bot an, die Quote auf 30% zu erhöhen, unter der Bedingung, dass die Sanierungspläne auch in allen 6 Verfahren von den Gläubigern angenommen werden. Wozabal präsentierte dazu auch ein Finanzierungsmodell, das im Wesentlichen auf einem ausländischen Finanzinvestor aufbaut, jedoch als zu wenig verbindlich eingeschätzt wurde.
 
Schon im ersten Verfahren am heutigen Tag, der Wozabal Textilservice GmbH & Co KG, ging die Abstimmung durch die Gläubiger mehrheitlich gegen den Sanierungsplan aus. Damit war das Ziel, bei allen 6 Sanierungsverfahren die Sanierungspläne bei den Gläubigern durchzubringen, bereits gescheitert. Im zweiten Verfahren der Wozabal MPZ Medizinproduktezentrum GmbH & Co KG, wurde dann seitens Wozabal auf die Abstimmung verzichtet und der Sanierungsplan zurückgezogen. Auch bei den 4 weiteren Verfahren wird an einen Sanierungsplan nicht mehr geglaubt.
 
Die Fortführung der Unternehmensgruppe durch die Insolvenzverwalter ist durch das Scheitern der Sanierungspläne nicht gefährdet. Ziel ist jetzt der Abschluss von Verkaufsverhandlungen mit den vorhandenen Interessenten, die zügig in Angriff genommen werden können.
 
Gerne werden wir Sie über neue Entwicklungen in dieser größten Insolvenz seit 4 Jahren in Oberösterreich wieder informieren.

Rückfragen:

Mag. Otto Zotter
KSV1870 Leiter Standort Linz
Mozartstraße 11, 4020 Linz
Telefon: 050 1870-DW 4030
E-Mail: insolvenz.linz@ksv.at
 
Mag. Petra Wögerbauer
KSV1870 Leiterin Insolvenz Linz
Mozartstraße 11, 4020 Linz
Telefon: 050 1870-DW 4031
E-Mail: insolvenz.linz@ksv.at

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