Insolvenz: MC Kunststofftechnik GmbH, 8055 Graz

Am 03.07.2018 wurde über das Vermögen des Unternehmens
 
MC Kunststofftechnik GmbH
Auer-Welsbach-Gasse 35, 8055 Graz

 
ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung unter der GZ 25 S 54/18f  beim Landesgericht für ZRS Graz eröffnet.

  • Gegenstand des Unternehmens:
    Betrieben wird der Werkzeugbau, die Metallbearbeitung und die Kunststoffspritzgusstechnik.
                                            
  • Geschäftsführer: Christoph Leimüller
     
  • Gesellschafter:
    Christoph Leimüller                      (53,14%)
    Dr. Angelika Tögl-Leimüller         (46,86%)
     
  • Betroffene Dienstnehmer: rd. 55 
  • Betroffene Gläubiger: ca. 148 
     
  • Passiva: rd. EUR 2,2 Mio. 
  • Aktiva: rd. EUR 2,0  Mio. 
     
  • Sanierungsplanvorschlag: 
    Die Insolvenzgläubiger erhalten eine Quote von 20 %, zahlbar binnen zwei Jahren ab rechtskräftiger Annahme des Sanierungsplanes. 

Ab sofort können Gläubigerforderungen bis zum 23.08.2018 (gerichtliche Anmeldefrist) über den KSV1870 angemeldet werden. Mail: ins.graz@ksv.at
 
KSV1870 SmartBonus:
Für Insolvenzforderungen bis EUR 5.000,- stellt der KSV1870 keine Vertretungskosten in Rechnung. Es gelten die Aktionsbedingungen unter www.ksv.at/smartbonus

Insolvenzursachen (lt. Schuldnerangaben):  
Die Schuldnerin ist überwiegend im Automotiv-Bereich tätig und erwirtschaftet nahezu 80 % des Umsatzes mit drei Großkunden aus diesem Bereich. So stieg der Umsatz seit dem Jahr 2013 stetig und im Jahr 2017 von durchschnittlich EUR 9 Millionen pro Jahr auf über
EUR 10 Millionen. Die Umsatzsteigerung führte dazu, dass die vorhandenen Kapazitäten nicht ausreichten, die Aufträge zu erfüllen. Dies führte wiederum dazu, dass ein hohes Maß an Leiharbeitern beschäftigt werden musste und hat sich herausgestellt, dass im Zuge der Auftragskalkulation derartige Spitzenzeiten nicht berücksichtigt wurden. Problematisch war
immer der Werkzeugbau, da es sich um Projektgeschäfte handelt und eine kontinuierliche Auslastung nicht vorhersehbar und auch nicht planbar war.
 
Eine Ende 2017 avisierte Vergabe einer großen Zahl von Werkzeugen hat sich aufgrund der Vergabevorschriften in der Automotiv-Industrie verzögert, dass im ersten Halbjahr 2018 nahezu keine Neuaufträge erteilt wurden. Dazu kommen noch die äußerst negativen Zahlungsbedingungen im Werkzeugbau, welche sehr hohe Vorlaufkosten verursachen. Dieser Umstand führte dazu, dass Mitte des Jahres im Zuge der Beiziehung eines externen Beraters sich herausgestellt hat, dass bei Weiterführung vor allem des Werkzeugbaus die Verluste im laufenden Wirtschaftsjahr 2018 massiv ansteigen und daher keine positive Fortbestehungsprognose unter Aufrechterhaltung des Gesamtbetriebes erstellt werden kann. Letztlich hat sich im Rahmen der Fertigstellung der Bilanz 2017 ein Verlust von knapp EUR 100.000,-- ergeben.
 
Weitere verfahrensrelevante Daten:
Das Unternehmen wurde mit Gesellschaftsvertrag vom 18.12.2013 gegründet und kam es zur Aufnahme eines Vermögensteiles der Murchemie Leimüller & Komp. Gesellschaft m.b.H.
 
Eine Fortführung in der Insolvenz wird angestrebt, es sollen jedoch die negativ gelaufenen Teilbetriebe „Verkauf“ und „Werkzeugbau“ geschlossen und der Sanierungsplan aus einer gewinnbringenden Fortführung des Restbetriebes finanziert werden. 

  • Zum Insolvenzverwalter wurde Herr Dr. Alexander Isola, Rechtsanwalt in 8010 Graz, Marburger Kai 47, bestellt.
  • Die erste Gläubigerversammlung wurde für den 19.07.2018 anberaumt.
  • Die Berichts- und Prüfungstagsatzung findet am 06.09.2018 statt,
  • die Sanierungsplan-, besondere Prüfungs- und Schlussrechnungstagsatzung am 27.09.2018.

Die Angaben konnten in der kurzen Zeit vom KSV1870 noch nicht überprüft werden.
 
Graz, 03.07.2018
 
 
Rückfragen:
René Jonke
KSV1870 Leitung Standort Graz
Telefon 050 1870-2012, E-Mail: jonke.rene@ksv.at