Insolvenz: Steirische Gartenbaugenossenschaft eG insolvent

15.03.2017

Am 14.03.2017 wurde über das Vermögen der Genossenschaft
 
Steirische Gartenbaugenossenschaft eG
Großmarktstraße 8, 8020 Graz

 
ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung am LG Graz eröffnet. 

  • Zur Sanierungsverwalterin wurde RA Dr. Marisa Schamesberger,Kaiser Josef Platz 5/1, 8010 Graz, bestellt.
     
  • Die Anmeldefrist wurde mit 04.05.2017 bestimmt. Der KSV1870 bietet allen Gläubigern an, sie in diesem Fall zu vertreten. Unterlagen bitte an ins.graz@ksv.at senden.
     
  • Die erste Gläubigerversammlung wurde für den 23.03.2017 anberaumt, die Berichts- und Prüfungstagsatzung findet am 18.05.2017 statt und die Sanierungsplantagsatzung wurde für den 08.06.2017 anberaumt.

Firmenrelevante Daten:

  • Gegenstand des Unternehmens
    Vertrieb der seitens der Mitglieder produzierten Produkte (vorwiegend Blumen und Pflanzen)
                                          
  • Vorstand:
    Nikolaus Leitner
    Dieter Kupfner
     
  • Betroffene Dienstnehmer: ca. 8 
  • Betroffene Gläubiger: ca. 90
     
  • Passiva: rd. EUR 2,34 Mio.
  • Aktiva: rd. EUR 0,43 Mio.

Sanierungsplan
Die Insolvenzgläubiger erhalten eine Quote von 30%, hievon eine Barquote von 15%, zahlbar binnen 14 Tagen nach rechtskräftiger Bestätigung des Sanierungsplanes, weitere 7,5% binnen einem Jahr ab Annahme des Sanierungsplanes, weitere 7,5% binnen zwei Jahren ab Annahme des Sanierungsplanes.
           
Insolvenzursachen (lt. Schuldnerangaben):  
Wie der KSV1870 in Erfahrung bringen konnte, wurde die Genossenschaft gegründet um den Markt für ihre Mitglieder zu erschließen und die Verarbeitung, Veredelung und Verwertung von land- und forstwirtschaftlichen Produkten zu ermöglichen.
Die Insolvenzursachen traten ein, da die Genossenschaftsidee in den letzten Jahren für die Mitglieder an Attraktivität verlor. Die veränderte Marktsituation führte dazu, dass sich die Zahl der Zulieferbetriebe und der aktiven Genossenschaftsmitglieder reduzierte. Das Marktsortiment der Schnittblumen wurde kaum mehr bedient, durch die Globalisierung kam es zu einer Reduktion der Gewinnmargen. Eine große österreichische Handelskette zählt zu den wichtigsten Kunden der Antragstellerin. Strukturelle Veränderungen im Einkaufsverhalten (insbesondere Umstellung auf Zentraleinkauf des Hauptauftragnehmers) verschärfte die Liquiditätssituation zusehends. Die Genossenschafter kamen überein, das Unternehmen umzustrukturieren, die Belieferung von Großhandelsketten nicht mehr selbst durchzuführen, sondern diese an Mitglieder zu vermitteln und das Geschäftsmodell im Wesentlichen auf einen Abholmarkt zu reduzieren. Dadurch war es nötig Mitarbeiter zu reduzieren. Im Zuge einer Hallenverwertung waren massive Wertberichtigungen der Lagerbestände durchzuführen.
 
Weitere verfahrensrelevante Daten:
Gegründet wurde die Antragstellerin mit Genossenschaftsvertrag vom 26.05.1962, welcher im Laufe des Bestehens mehrfach geändert und 2012 neu gefasst wurde. Im Verzeichnis der Genossenschafter 2015 sind 37 Genossenschafter vermerkt, welche insgesamt 801 Genossenschaftsanteile zu je EUR 146,00 halten. Die Aktualisierung dieser Daten ist derzeit veranlasst.
 
Die notwendigen Mittel für die Erfüllung der Sanierungsplanquote sollen einerseits aus der Einbringlichmachung offener Forderungen aufgebracht werden, andererseits soll eine Konzentration der Mitglieder herbeigeführt werden, welche über entsprechende Nachschussbeträge sowie über Rückstehungserklärungen das notwendige Erfordernis zur Erfüllung des Sanierungsplanes ermöglichen sollen. Ein Finanzplan wurde erarbeitet, das Unternehmen soll am gegenständlichen Standort als „Abholmarkt“ fortgeführt werden.
 
 
Die Angaben konnten in der kurzen Zeit vom KSV1870 noch nicht überprüft werden.
 
Graz, 14.03.2017
 
 
Rückfragen:
 
Mag. Georg Ebner

Insolvenz Graz
Telefon: 050 1870-2035, E-Mail: ebner.georg@ksv.at