Insolvenz: Tiroler Strick und Walk GmbH, 6300 Wörgl

15.03.2017

Am 14.03.2017 wurde über das Vermögen der Firma
 
Tiroler Strick und Walk GmbH
6300 Wörgl, Michael Pacherstraße 13

 
ein Konkursverfahren am Landesgericht Innsbruck eröffnet. 

  • Gegenstand des Unternehmens:
    Die Schuldnerin betreibt einen Produktionsbetrieb im Bereich Strick- und Walkwaren. Angeschlossen ist ein Handelsgewerbe.
     
  • Geschäftsführer:
    Herbert Prosch, geb. 1977-02-16
     
  • Betroffene Dienstnehmer:
    22

Ab sofort können Gläubigerforderungen bis zum 1.5.2017 (gerichtliche Anmeldefrist) über den KSV1870 angemeldet werden. Mail: ins.innsbruck@ksv.at
 
KSV1870 SmartBonus:
Für Insolvenzforderungen bis EUR 5.000,00 stellt der KSV1870 keine Vertretungskosten in Rechnung. Es gelten die Aktionsbedingungen unter www.ksv.at/smartbonus
 
Insolvenzursache und weitere Details:  
Die Schuldnerin wurde im Jahr 2014 gegründet und befasst sich mit der Herstellung und dem Vertrieb von hochwertigen Walk- und Strickprodukten. Die Schuldnerin übernahm den Betrieb der Richard Stapf GmbH, dessen Historie bis ins Jahr 1962 zurück reicht.
 
Von der Schuldnerin wurden in den letzten Jahren beträchtliche Investitionen getätigt. Die geplante Rückführung der finanzierten Beträge war aufgrund von rückläufigen Umsatzzahlen letztlich nicht mehr möglich. Insgesamt ist die Situation am - von der Schuldnerin bedienten - Markt sehr vom starken Wettbewerb geprägt. Aufgrund einer verspäteten Auslieferung von Ware im letzten Jahr erlitt die Schuldnerin bei ihren Kunden einen Vertrauensverlust, welcher in der neuen Saison nicht mehr auszumerzen war.
 
Der Jahresabschluss zum März 2016 weist ein massiv negatives Ergebnis aus und konnte offensichtlich eine Trendumkehr in den letzten Monaten von der Geschäftsleitung trotz entsprechender Bemühungen nicht erreicht werden. Letztlich war die Kosten-Erlös-Struktur im Betrieb der Schuldnerin nicht mehr stimmig. Die weiteren Ursachen dieser Insolvenz werden wir in Zusammenarbeit mit der Masseverwalterin noch im Detail analysieren.
 
Auf Basis der vorliegenden Informationen gehen wir davon aus, dass ein Großteil der beteiligten Bankgläubiger aufgrund von bestehenden Haftungen und Sicherheiten kaum mit Ausfällen zu rechnen haben wird. Wir nehmen jedoch an, dass Lieferantenverbindlichkeiten und Rückstände bei der öffentlichen Hand in Höhe von insgesamt etwa € 480.000,00 aufgelaufen sein dürften. Dazu kommen noch die Verbindlichkeiten bei der Vermieterin der Betriebsräumlichkeiten. Weiters gibt es lt. Insolvenzantrag der Schuldnerin Verbindlichkeiten aus Darlehen in Höhe von rd. € 1,4 Mio.
 
Es wird sich zeigen, welche freien Vermögenswerte diesen offen aushaftenden Beträgen gegenüberstehen.
 
Die von der Schuldnerin genutzten Gebäude sind angemietet. Handwerker, welche Leistungen für den Bestandgeber erbracht haben, sind von dieser Pleite nicht betroffen.
 
Ob die Masseverwalterin den schuldnerischen Betrieb ohne weitere Nachteile für die Gläubiger kurzfristig fortführen kann, wird sich zeigen. Davon wird wesentlich abhängen, ob der Standort langfristig eine Überlebenschance – in welcher Form auch immer – hat. Klar ist, dass die von dieser Insolvenz betroffenen Dienstnehmer unsicheren Zeiten entgegen sehen.
 
Zur Masseverwalterin wurde Mag. Bettina Presl, Rechtsanwältin in Fügen, bestellt. Die erste Prüfungstagsatzung wurde mit 15.05.2017 festgelegt.
 
Die Angaben konnten in der kurzen Zeit vom KSV1870 noch nicht überprüft werden.
 
Innsbruck, 14.03.2017
 
Rückfragen:
MMag. Klaus Schaller

Niederlassungsleiter
Kreditschutzverband von 1870
Verein zu ZVR-Zahl 175263718
6010 Innsbruck, Templstraße 30
Telefon 0501870-3030; Fax: 050187099-8936
E-Mail: schaller.klaus@ksv.at