Größte Insolvenz Tirols 2018: TiSUN GmbH, 6306 Söll

05.02.2018

Am 05.02.2018 wurde über das Vermögen der Firma
 
TiSUN GmbH, FN 52724k
6306 Söll, Stockach 100
 

ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung am Landesgericht Innsbruck eröffnet.
 
Es handelt sich bei diesem Verfahren um die bisher größte Insolvenz in Tirol im Jahr 2018. Von dieser Insolvenz sind rund 27 Dienstnehmer betroffen. Dabei noch nicht einberechnet sind etwa 15 Dienstnehmer, welche allesamt für Februar 2018 eine Wiedereinstellungszusage der Schuldnerin vorliegen haben. 

  • Gegenstand des Unternehmens:
    Die Schuldnerin betreibt eine Produktion von und den Handel mit Artikel für den Isolierbereich. Angeschlossen ist der Vertrieb von thermischen Solaranlagen. 
     
  • Gesellschafter:
    TiSUN Brand GmbH, Söll
    Sonnenkraft GmbH, St. Veit an der Glan
     
  • Geschäftsführer: Günther Kohlmaier, geb. 1962-06-24

Ab sofort können Gläubigerforderungen bis zum 02.04.2018 (gerichtliche Anmeldefrist) über den KSV1870 angemeldet werden. Mail: ins.innsbruck@ksv.at
 
KSV1870 SmartBonus:
Für Insolvenzforderungen bis EUR 5.000,00 stellt der KSV1870 keine Vertretungskosten in Rechnung. Es gelten die Aktionsbedingungen unter www.ksv.at/smartbonus 
 
Insolvenzursache und weitere Details:  

Die Schuldnerin wurde im Jahr 1989 gegründet. Herr Robin Martin Welling schied Ende Dezember 2017 als Geschäftsführer und Gesellschafter aus der Schuldnerin aus. Im November 2017 wurde die TiSOL Power & Heat GmbH durch Verschmelzung in die Schuldnerin aufgenommen. Diese Gesellschaft hat sich zuletzt mit dem Handel von erneuerbarer Energie beschäftigt.
 
Die Schuldnerin geht in ihrem Insolvenzeröffnungsantrag davon aus, dass rund 7.500.000,00 an Verbindlichkeiten offen aushaften. Ein Teil dieser Verbindlichkeiten ist auf der Liegenschaft pfandrechtlich sichergestellt. Zur Höhe der unbesicherten Verbindlichkeiten liegen im Moment keine Informationen vor. Viele Gläubiger waren in den letzten Jahren gezwungen, ihre Forderungen gegen die Schuldnerin gerichtlich zu betreiben.
 
Aus den Büchern der Schuldnerin ist ersichtlich, dass der Umsatz in den letzten Jahren deutlich rückläufig war. Es ist der Schuldnerin nicht gelungen, ihre Kostenstruktur dieser Entwicklung adäquat anzupassen. Letztlich war das Verhältnis zwischen Kosten und Erlösen im Unternehmen nicht mehr stimmig.
 
Die Schuldnerin hat enorme Verbindlichkeiten bei Kreditinstituten. Diese aufgenommenen Darlehen sind auf der Liegenschaft der Schuldnerin in Söll sichergestellt. Die ungünstige Kapitalstruktur im Unternehmen der Schuldnerin führt – trotz Niedrigzinsphase - zu einem hohen Zinsendienst, welcher das schuldnerische Unternehmen im Vergleich zu den Mitbewerbern nicht unerheblich belastet. Dies wirkt sich naturgemäß negativ auf die Liquiditätssituation aus.
 
Die Schuldnerin strebt eine Entschuldung im Rahmen dieser gerichtlichen Insolvenz an. Dazu hat sie bereits einen Sanierungsplanvorschlag mit einer Quote in Höhe von 20 Prozent, zahlbar in 2 Jahren, eingebracht. Dazu erklärt Klaus Schaller, Standortleiter KSV1870 in Tirol: „Wir werden das Angebot der Schuldnerin auf seine Angemessenheit hin genau prüfen. Da derzeit die Höhe der offen aushaftenden, unbesicherten Passiva noch nicht exakt feststeht, lässt sich über die Attraktivität dieses Angebotes der Schuldnerin derzeit keine Aussage treffen“.
 
Die Insolvenzverwalterin wird nun zeitnah prüfen, ob eine Fortführung des schuldnerischen Betriebes ohne weiteren Ausfall für die Gläubiger möglich ist. Die Fortführung ist Voraussetzung dafür, dass dieses Unternehmen allenfalls im Rahmen dieses Verfahrens eine Sanierung erreichen kann. Die angebotene Quote soll aus den operativen Ergebnissen der Schuldnerin in den nächsten 2 Jahren finanziert werden.
 
Auf Grund dieser Insolvenzeröffnung ist klar, dass auf die Mitarbeiter der Schuldnerin unsichere Zeiten zukommen. Aufgrund der hohen Anzahl an Dienstnehmern ist die Schuldnerin ein entsprechend wichtiger Dienstgeber in der Region. Ob die Einstellungszusagen für Februar 2018 eingehalten werden können, bleibt abzuwarten.
 
Zur Insolvenzverwalterin wurde die Hochstaffl & Rupprechter Rechtsanwälte GmbH aus Wörgl bestellt. Die Prüfungstagsatzung und Abstimmungstagsatzung wurde mit 16.04.2018 festgelegt.
 
Die Angaben konnten in der kurzen Zeit vom KSV1870 noch nicht überprüft werden.
 
Innsbruck, 05.02.2018
 
Rückfragen:
MMag. Klaus Schaller
Standortleiter
Kreditschutzverband von 1870
Verein zu ZVR-Zahl 175263718
6010 Innsbruck, Templstraße 30
Telefon 0501870-3030; Fax: 050187099-8936
E-Mail: schaller.klaus@ksv.at

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