Großinsolvenz: Forstinger Österreich GmbH, 3133 Traismauer


Heute wurde über das Vermögen der Firma
 
Forstinger Österreich GmbH
3133 Traismauer, Martin Miller Straße 1

                  
ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung am Landesgericht St. Pölten eröffnet.
 
Zum Masseverwalter wurde Mag. Volker Leitner, Rechtsanwalt in St. Pölten, bestellt.
 
Mit Passiva von EUR 31,2 Mio. handelt es sich um die bislang zweitgrößte Insolvenz in Österreich, gemessen an der Summe der Passiva (größer war nur der Konkurs der NIKI Luftfahrt GmbH mit EUR 153 Mio.). Damit sind die beiden bislang größten Insolvenzen des Jahres 2018 in Niederösterreich anhängig!
 
Gegenstand des Unternehmens: Österreichs größter Einzelhändler für Automobilzubehör, Zweirad und Zweiradzubehör. Weiters wird auch die Instandhaltung und Reparatur von Kraftwagen betrieben.
  • Filialen und Werkstätten: 108 österreichweit – mit deutlichem Schwerpunkt im Osten Österreichs
     
  • Betroffene Dienstnehmer: 823
     
  • Betroffene Gläubiger: rd. 364 (ohne Dienstnehmer)
     
  • Passiva: rd. EUR 31,2 Mio. (davon EUR 27 Mio. unbesichert)
Ein aktueller Vermögensstatus liegt dem KSV1870 derzeit noch nicht vor. Dieser wird jedoch in Kürze zur Verfügung gestellt werden.
 
Sanierungsplan:
die Schuldnerfirma bietet allen unbesicherten Insolvenzgläubigern eine Quote von 20%, zahlbar binnen zwei Jahren ab Annahme des Sanierungsplanes. Hiebei handelt es sich vorerst lediglich um das gesetzliche Mindestanbot. Der KSV1870 wird prüfen, ob diese angebotene Quote adäquat und erfüllbar ist.
 
Das Insolvenzgericht setzte die Anmeldefrist mit 13.03.2018 fest.
 
Ab sofort können Gläubigerforderungen über den KSV1870 angemeldet werden. Mail: ins.team.noeb@ksv.at
 
Insolvenzursache (lt. Schuldnerangaben):
Als Ursache für die Insolvenz wurde schuldnerseits angegeben, dass die Schuldnerfirma Anfang der 2000er Jahre eine Vielzahl von Filial-Mietverträgen abgeschlossen hat, die übermäßig lange Kündigungsverzichtsfristen sowie nicht marktkonforme Mietzinse beinhalten. Weiters waren auch massive Umsatzeinbrüche im Jänner 2018 zu verzeichnen.
Kostenseitig konnten im Rahmen von bereits eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen jedoch aufgrund der Altmietverträge und Altlieferantenverträge die entsprechend notwendigen Einsparungen nicht ausreichend umgesetzt werden, sodass die Konsequenzen in Form des vorliegenden Antrages auf Einleitung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung gezogen werden mussten.
 
Die Fortführung des Unternehmens wird angestrebt, Restrukturierungsmaßnahmen wurden bereits vorbereitet und werden sämtliche noch zu setzende Maßnahmen mit dem nunmehr bestellten Insolvenzverwalter zu akkordieren sein. Der KSV1870 wird dieses Insolvenzverfahren im Interesse aller Gläubiger begleiten und die erforderlichen Maßnahmen im Sinne des Verfahrens bestmöglich überprüfen.
 
Weitere verfahrensrelevante Daten:
  • Prüfungstagsatzung: 27.03.2018
  • Sanierungsplantagsatzung: 08.05.2018
 
Wien, 31.01.2018
 
Rückfragen:
Brigitte Dostal
KSV1870 Insolvenzreferentin NÖ/Bgld
Telefon: 050 1870-8416, E-Mail: dostal.brigitte@ksv.at