Großinsolvenz: Waagner-Biro Bridge Systems AG - Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet

Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung über das Vermögen der Waagner-Biro Bridge Systems AG am HG Wien eröffnet!
 
Das Handelsgericht Wien hat heute über das Vermögen der

Waagner-Biro Bridge Systems AG, etabliert in 1220 Wien, Leonard-Bernstein-Straße 10,

das Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet.
 
Zum Insolvenzverwalter wurde der Wiener Rechtsanwalt Dr. Matthias Schmidt bestellt.
 
Die Berichts- und Prüfungstagsatzung wurde für den 19.12.2018 anberaumt.
 
Die Sanierungsplantagsatzung wurde für den 28.01.2019 anberaumt.
 
Die betroffenen Gläubiger können bis zum 05.12.2018 Ihre Forderungen anmelden. Der KSV1870 bietet allen Gläubigern an, Sie vor Gericht zu vertreten. Forderungsanmeldung über ins.team.wien@ksv.at
 
Der Sanierungsplanvorschlag des Schuldnerunternehmens beinhaltet eine Sanierungsplanquote von 20% zahlbar binnen 2 Jahren.
 
Die nächsten Wochen werden zeigen, ob das Schuldnerunternehmen tatsächlich fortgeführt werden kann und die Sanierungsbestrebungen der Schuldnerin aufrechterhalten werden können.

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Die
Waagner-Biro Bridge Systems AG, 1220 Wien, Leonard- Bernstein-Straße 10,

hat heute am Handelsgericht Wien die Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung beantragt.
 
Nachdem am 23.10.2018 das Konkursverfahren über die Schwesterngesellschaft SBE Alpha AG und am 31.10.2018 das Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung über die Konzernmutter die Waagner-Biro Aktiengesellschaft eröffnet worden ist, schlittert nun die dritte Gesellschaft der „Waagner-Biro Gruppe“ in die Insolvenz.
 
Die Antragstellerin ist seit 160 Jahren im Bereich Brückenbau tätig. Bei sämtlichen Brückenlösungen übernahm die Waagner-Biro Bridge Systems AG das Design und Engineering, die Fertigung, die Lieferung und die Montage und steht auch nach Projektabschluss mit Service- und Wartungsleistungen zur Verfügung.
 
Prestigeträchtige Projekte waren unter Anderen die Donaubrücken in Wien, die Rethe Klappbrücke in Hamburg sowie die längste Hängebrücke in Peru.
Das Unternehmen verfügt, laut eigenen Angaben, über keine freie Liquidität, es sei allerdings gelungen, mit finanzierenden Banken die Zusage zu einer Fortführungsfinanzierung zu erlangen.

Der Umsatz im Bereich Brückenbau blieb 2017 mit 73,1 Mio. EUR hinter dem Niveau von 2016. Auch das EBT blieb mit 4,2 Mio. EUR hinter dem vorangegangen Jahr 2016.
 

Ergebnis vor Steuern nach Bereichen
 
   
in Mio. EUR 2014 2015 2016 2017
Brückenbau 3,5 4,3 5,7 4,2
Stahlbau 1,8 -4,0 -2,5 0,9
Stage Systems 3,4 4,8 4,4 4,4
Qualter Hall 2,3 2,4 1,3 0,3
sonstige 0,8 1,0 1,1 0,3
  11,8 8,5 10,0 10,1
         

Quelle: Jahresbericht Waagner Biro AG

Laut Schuldnerangaben bestehen Gesamtverbindlichkeiten in Höhe von rd. 77,6 Mio.
 
Die Aktiva der Gesellschaft betragen rd. EUR 13 Mio., (inkl. Ab- und Aussonderungsrechten).
 
Von der bevorstehenden Insolvenz sind 125 Gläubiger und 40 Dienstnehmer betroffen.

 
Im noch zu eröffnenden Sanierungsverfahren beabsichtigt die Schuldnerin die Fortführung des Unternehmens sowie den Abschluss eines Sanierungsplans. Die Finanzierung des Sanierungsplans soll nach dem Verkauf durch einen neuen Eigentümer erfolgen.
 
Der Sanierungsplanvorschlag lautet auf die Zahlung einer Quote von 20% zahlbar binnen 2 Jahren.
 
Der noch zu bestellende Insolvenzverwalter wird zu überprüfen haben, ob die Sanierungsbestrebungen tatsächlich aufrechterhalten werden können.