IMPERIAL - Sanierungsplan angenommen

 


Die Gläubiger der

Imperial Kapitalbeteiligungsgesellschaft m.b.H. & Co. KG

haben in der heutigen Verhandlung am Landesgericht Linz über den 20 %igen Sanierungsplan beraten und abgestimmt.

 
6.091 Gläubigerforderungen in Höhe von rund 57,8 Millionen Euro wurden angemeldet. Davon entfallen 6.014 Forderungen auf atypisch stille Gesellschafter. Der KSV1870 vertritt 3.695 dieser Gesellschafter.

Die zentrale Geschäftsidee des Unternehmens seit Beginn der 70er Jahre war Gewerbeimmobilien zu suchen, zu entwickeln und an Endnutzer zu vermieten. Die Finanzierung des Geschäftsmodells erfolgte durch rund 12.000 atypisch stille Gesellschafter, die am Gewinn und Verlust und am Firmenwert nach Maßgabe ihrer Anteile beteiligt waren.
 
Ab dem Jahr 2008 wurden die auf den Verrechnungskonten gebuchten Vorwegbezüge und Zinsen aufgrund einer zuvor ergangenen Entscheidung des Obersten Gerichtshofes nicht mehr ausbezahlt. Im September 2017 fasst der Oberste Gerichtshof die Entscheidung, dass die Einlagen der stillen Gesellschafter nicht mehr Eigenkapital, sondern Fremdkapital darstellen. Die atypisch stillen Gesellschafter haben somit sofortigen Anspruch auf Auszahlung ihrer Einlagen. Das Geschäftsmodell der Imperial KG bricht zusammen.

Nähere Untersuchungen im Rahmen des Insolvenzverfahrens ergeben, dass die Imperial KG seit ihrer Gründung auch operative Verluste erwirtschaftete. Diese resultieren aus den hohen Forderungsabschreibungen innerhalb des Konzerns für Immobilienprojekte in Deutschland sowie aus den Investitionen in Ungarn.
 
Die Anleger erhalten eine Quote von 20 %, zahlbar binnen 2 Jahren ab Annahme des Sanierungsplanes. Die Finanzierung dieses Sanierungsplanes erfolgt durch Verwertung des Gesellschaftsvermögens, insbesondere durch den Verkauf der Liegenschaften und Gebäude, die wiederum im Eigentum der verschiedenen Tochter- und Enkelgesellschaften in Österreich, Deutschland und Ungarn stehen. Diese Liegenschaftsverwertungen werden einige Zeit in Anspruch nehmen.
 
Bedingung der Gläubiger für die Zustimmung zum Sanierungsplan war, dass ein Treuhänder (der bisherige Insolvenzverwalter) die Vermögensverwertung überwacht, die erzielten Erlöse für die Gläubiger sicherstellt und veranlagt, damit die Quote fristgerecht an die Anleger ausgeschüttet werden kann. Zudem wurde ausverhandelt, dass die Imperial KG ihr gesamtes Vermögen an den Treuhänder zur Verwertung überträgt, sollte die 20 %ige Quote nicht zur Gänze fristgerecht erfüllt werden.
 
Resümee:
In einem Konkurs mit Zerschlagung des Unternehmens würden die Anleger aller Voraussicht nach nur eine Quote von knapp 14 % erhalten und würde die Abwicklung jedenfalls länger als 2 Jahre dauern. Die Sanierung mit Treuhänderüberwachung ist daher für die Anleger aus wirtschaftlicher Sicht der bessere Weg.
 
 
Die Abstimmungen über die Sanierungspläne der 5 Konzerngesellschaften

 

  • CORDIAL Ferienclub Aktiengesellschaft
  • CORDIAL Hotelbetriebsgesellschaft m.b.H.
  • Hermes Holdinggesellschaft m.b.H.
  • NIGHTS & MORE MARKETING GmbH
  • Imperial Kapitalbeteiligungs GmbH

wurden heute um einige Wochen vertagt. Die Sanierungskonzepte in diesen Verfahren, in denen der KSV1870 auch maßgebliche Gläubigergruppen vertritt, haben noch nicht überzeugt und werden die Verhandlungen mit der Schuldnerseite weiter geführt werden.
 
Gerne werden wir Sie über neue Entwicklungen in dieser Großinsolvenz wieder informieren.

Linz, 22.03.2018

Links zu Pressemeldungen über diesen Fall:
09.01.2018: Erste Gerichtsverhandlungen bei Imperial, Cordial und Reifen Bruckmüller
31.10.2017: Großinsolvenz: IMPERIAL-Gruppe, 4020 Linz
31.10.2017: Großinsolvenz IMPERIAL-Gruppe - Verfahrensdaten

Information:
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