Insolvenzeröffnung: MAG – Maschinen und Apparatebau AG


Am 04.06.2019 wurde über das Vermögen des Unternehmens

MAG – 
Maschinen und Apparatebau Aktiengesellschaft 
Wirtschaftspark 44, 8530 Deutschlandsberg

ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung am Landesgericht für ZRS Graz eröffnet.

  • Zum Insolvenzverwalter wurde die ScherbaumSeebacher Rechtsanwälte GmbH, vertreten durch Dr. Norbert Scherbaum, Rechtsanwalt, 8010 Graz, Schmiedgasse 2, bestellt.
  • Die Anmeldefrist wurde mit 22.07.2019 bestimmt. Der KSV1870 bietet allen Gläubigern an, sie in diesem Fall zu vertreten. Unterlagen senden Sie bitte per E-Mail an ins.graz@ksv.at.
  • Die erste Gläubigerversammlung wurde für den 25.06.2019 anberaumt und die Berichts- und Prüfungstagsatzung findet am 05.08.2019 statt.
  • Die Besondere Prüfungs-, Schlussrechnungs- und Sanierungsplantagsatzung wurde für den 26.08.2019 angesetzt.

Unternehmensinformation

  • Gegenstand des Unternehmens
    Produktion und weltweiter Vertrieb von Lackdrahtmaschinen, Handel mit gebrauchten Lackdrahtmaschinen, Produktion von Prüfgeräte für Lackdrahtmaschinen sowie Ersatz-teillieferung, Oberflächentechnik               
  • Vorstand: DI Gerald Pascher
  • Betroffene Dienstnehmer: rd. 30
  • Betroffene Gläubiger: rd. 256
  • Passiva: rd. EUR 11,7 Mio.
  • Aktiva: rd. EUR 854.000,00 (Liquidationswerte - ohne Absonderungsrechte)
  • Sanierungsplanvorschlag:
    Die Insolvenzgläubiger erhalten eine Quote von 20 % zahlbar innerhalb von 2 Jahren ab Annahme des Sanierungsplanes.  

Insolvenzursachen (lt. Schuldnerangaben):  
Wie der KSV1870 in Erfahrung bringen konnte, ist in den letzten Jahren eine verstärkte geographische Marktverschiebung im Elektrogerätebau von Europa und Nordamerika nach Asien festzustellen. Da Lackdrähte vorwiegend in Elektrogeräten verbaut werden, folgt auch diese Produktion dem Trend der Verlagerung nach Asien. Die Antragstellerin hat mit „Billig-anbietern“ zu kämpfen, da selbst hochwertige Produkte erzeugt werden. Produktions- und Entwicklungskosten sind in Österreich höher als in Asien. So waren in den letzten Jahren massive Umsatzrückgänge zu beklagen. Im Jahr 2019 brach der Auftragseingang ein, hinzu kamen Projektverluste. 

Weitere verfahrensrelevante Daten:
Die schuldnerische Gesellschaft ist durch Umwandlung der MAG – Maschinen und Apparatebau GmbH entstanden und am 01.07.1991 in das Firmenbuch des LGZ Graz eingetragen worden. 

Das Grundkapital der MAG beträgt EUR 3.199.041,00 und ist unterteilt in 3.199.041 Stückaktien. 94,18% der Aktien werden von der Sir Francis Heath Privatstiftung und 5,8% von Mit-gliedern der Familie Pascher gehalten. 0,02% befinden sich in Streubesitz.

Beteiligungen hält man an der MAG Anlagenproduktions GmbH (100%), der XI´an Eldra Magnet Wire Co., Ltd. China (50%) und an der WOLMAG RK, Russland (34%).

Die Antragstellerin beabsichtigt das Unternehmen neu auszurichten, und zu reorganisieren. Der Zukauf von Maschinenkomponenten in Europa ist nicht mehrt konkurrenzfähig und soll an asiatische Kooperationspartner ausgegliedert werden. Die MAG soll sich hinkünftig auf die Fort- und Weiterentwicklung von Lackdrahtmaschinen sowie den Vertrieb und die Projektentwicklung konzentrieren.

Der Sanierungsplan soll aus dem Fortbetrieb, der Einräumung von Lieferantenkrediten sowie aus Rückstehungserklärungen finanziert werden.

Die Angaben konnten in der kurzen Zeit vom KSV1870 noch nicht überprüft werden.

Der KSV1870 bietet allen Gläubigern an, sie in diesem Fall zu vertreten. Unterlagen senden Sie bitte per E-Mail an ins.graz@ksv.at.

Graz,  04.06.2019


Rückfragen: 
Mag. Georg Ebner
Leiter Insolvenz Graz
Telefon: 050 1870-2035, E-Mail: ebner.georg@ksv.at