Ziviltechniker Dipl. Ing. Karl Fischer, 7210 Mattersburg

Konkursverfahren beim LG Eisenstadt beantragt, Zahlungsplan angeboten. Zusammenhang mit BEGAS-Affäre im Burgenland besteht.


Dipl. Ing. Karl Fischer, Zivilingenieur für Bauwesen, 7210 Mattersburg, Wassergasse 26

hat seine Zahlungen eingestellt und beim Landesgericht Eisenstadt den Antrag auf Eröffnung eines Konkursverfahrens über sein Vermögen gestellt. Das Verfahren wurde noch nicht eröffnet.

  • Unternehmensgegenstand: Ziviltechnikerbüro
  • Betroffene Gläubiger: 34
  • Betroffene Dienstnehmer:
  • Die Aktiva werden erst vom noch zu bestellenden Masseverwalter zu bewerten sein.
  • Passiva (Schuldnerangaben): ca. EUR 1,9 Mio.

Insolvenzursachen (Schuldnerangaben):
Der Schuldner hatte im Jahr 2007 mit der BEGAS Kraftwerk GmbH einen Planungsvertrag für Leistungen im Rahmen der Errichtung  einer Reststoffverwertungsanlage in Heiligenkreuz abgeschlossen. Im Rahmen des sog. BEGAS-Skandals, der Gegenstand zahlreicher Medienberichte war, wurden auch kriminalpolizeiliche Ermittlungen gegen DI Karl Fischer eingeleitet, wobei auch wichtige Geschäftsunterlagen beschlagnahmt wurden. Durch die einschlägige Medienberichterstattung ging der Umsatz des Ziviltechnikerbüros stark zurück. Nach eigener Darstellung von DI Fischer wurde gegen ihn Anklage wegen des Verdachts der Beihilfe zur Untreue erhoben. Es liegt jedoch bis zur Stunde keine Verurteilung vor und gilt die Unschuldsvermutung für alle Angeklagten. Das oben bezeichnete Projekt wurde im Jahr 2012 eingestellt. Die Burgenland Energie klagte schließlich DI Fischer auf Rückzahlung von Honoraren. Dieser Rechtsstreit ging bis zum Obersten Gerichtshof. Nunmehr liegt ein rechtskräftiges Urteil gegen DI Fischer vor. Einschließlich Zinsen und Kosten beziffert DI Fischer seine Zahlungsverpflichtungen gegenüber der Burgenland Energie GmbH aus diesem Urteil mit EUR 1,4 Mio. Da diese Forderung nicht bedient werden kann, trat die Insolvenz ein. 

Ausblick:
Das Unternehmen des Schuldners soll nur mehr zur Fertigstellung angearbeiteter Aufträge fortgeführt, anschließend aber geschlossen werden.

Da die gesetzliche Mindestquote für einen Sanierungsplan von 20 % nicht finanziert werden kann, bietet der Schuldner seinen Gläubigern einen Zahlungsplan an, der die Bezahlung einer Quote von 2 %, zahlbar in 10 gleichen Halbjahresraten vorsieht. Ob dieser Zahlungsplan angemessen ist, werden erst die weiteren Überprüfungen zeigen.

Ab sofort können Gläubigerforderungen über den KSV1870 angemeldet werden (ins.team.noeb@ksv.at) .

Rückfragen: 
Dr. Alexander Klikovits
Leiter Insolvenzen NÖ/Bgld.
Telefon: 050 1870-8336, E-Mail: klikovits.alexander@ksv.at 

Wien, 21.05.2019