Pressemeldung: Firmen werfen die Investitionskurbel an

Austrian Business Check (Umfrage): 43 Prozent werden 2018 mehr investieren als im Vorjahr

KSV1870 Umfrage zur Investitionstätigkeit von Unternehmen

Wien, 25.04.2018 – 78 Prozent der Befragten beschreiben die Stimmung in Bezug auf Investitionen in ihrem Unternehmen aktuell als positiv. 43 Prozent wollen 2018 im Vergleich zum Vorjahr sogar mehr Geld in die Hand nehmen. Jedoch setzen sie bei der Finanzierung ungern auf Bankkredite. Die Top-3-Motive für die Investments: der Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit, die langfristige Absicherung des Unternehmens und die Steigerung von Gewinnen. Ihre Erwartungen an die Bundesregierung zur Entlastung: Bürokratieabbau, Senkung der Steuertarife auf Einkommen und die Förderung der Wirtschaft im Allgemeinen. Das geht aus der aktuellen Umfrage „Austrian Business Check“ zur Investitionslage, Finanzierung und Digitalisierung hervor, an der mehr als 1.000 Unternehmen teilgenommen haben.

„Ob der im Vorjahr begonnene Aufschwung nachhaltig ist, hängt unter anderem von der Bereitschaft zu Investitionen ab und diese ist heuer gegeben. Überraschend machen aber nicht nur große Betriebe finanzielle Mittel für neues Wachstum frei, sondern KMU und Kleinstunternehmen gleichermaßen“, so der KSV1870 Vorstand Mag. Ricardo-José Vybiral, MBA. Was die Investitionsstimmung betrifft, so ist die Einstellung bei mittelgroßen Unternehmen mit 90 Prozent und großen Betrieben mit 86 Prozent am positivsten. Der Schnitt liegt bei 78 Prozent. 
 


Fokus auf IT-Bereich und Stabilität  
Konkrete Investments planen die Unternehmen in den Bereichen IT (31 %), Werbung/PR
(28 %), Aus- und Fortbildung von Mitarbeitern (24 %), Steigerung des Personalstandes
(21 %), Fuhrpark (19 %) und den Aufbau neuer Produktlinien/Geschäftszweige (15 %). Die wichtigsten Motive sind der Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit, die langfristige Absicherung des Unternehmens, Gewinne zu steigern, die Markenbekanntheit zu erhöhen und den Marktanteil zu steigern. „Dieses Ergebnis zeigt, dass die Unternehmen in Österreich sehr sicherheitsorientiert sind und auch um die Wichtigkeit von Mitarbeitern wissen. Jeder fünfte Betrieb möchte Mitarbeiter einstellen und die Belegschaft aus- und weiterbilden, um für die zukünftigen Herausforderungen gerüstet zu sein“, so Gerhard Wagner, Geschäftsführer der KSV1870 Information GmbH. Finanzieren möchten die Unternehmen ihre Pläne vorrangig selber, und zwar durch Eigenkapital (60 %) und den Cashflow (30 %). Auf Platz drei rangieren die Bankkredite (28 %), gefolgt von Leasing (20 %) und Förderungen (17 %).

Hürden: Angst vor dem Risiko
Bürokratie, Steuergesetze, Fachkräftemangel, fehlendes Kapital, steigende Lohnkosten und ungewisse Zukunftsrisiken führen die Liste der Investitionshürden an. Ricardo-José Vybiral dazu: „An der Spitze finden sich die bekannten und klassischen Faktoren, die in Österreich anhaltend nicht gelöst werden. Aber: Jedes fünfte Unternehmen scheut auch das Risiko und möchte lieber im sicheren Hafen bleiben, wodurch Wachstum schwierig wird. Auch fehlendes Kapital ist ein Thema. Die Unternehmen sind bei Bankkrediten vorsichtig, jedoch gibt es Investments, die sich nicht mehr über Eigenmittel finanzieren lassen.“ 
 
Befragt nach den Wünschen der Betriebe an die Bundesregierung ist der Auftrag eindeutig. Der Abbau der Bürokratie wird von 76 Prozent gefordert, es folgt die Senkung der Steuern auf Einkommen (67 %) und die Förderung der Wirtschaft allgemein (56 %).
 


Kreditvergabe in Österreich
Aus Sicht der Unternehmen ist eine Kreditaufnahme kein einfaches Projekt: 48 Prozent meinen, dass sie schwierig ist, 41 Prozent halten den Prozess hinsichtlich Vergabe, Zeit und Höhe für angemessen und 11 Prozent für einfach. Dennoch sind 52 Prozent der Ansicht, dass die Konditionen/Kosten akzeptabel sind. 15 Prozent sprechen sogar von guten Konditionen bzw. geringen Kosten. „Bei diesem Thema sind die Befragten seit Jahren gespalten. Einerseits halten sie eine Kreditaufnahme für schwierig, die Konditionen und Kosten sind für sie aber großteils akzeptabel. Der Bankkredit hat aus unserer Sicht ein Imageproblem und ist gleichzeitig für Investitionen im mittleren bis größeren Rahmen unverzichtbar. Das wären typischerweise die Gründung neuer Standorte, Expansionen, die Entwicklung weiterer Geschäftsfelder, die Anschaffung von Produktionsmitteln oder auch Forschung und Entwicklung“, so Gerhard Wagner. 65 Prozent wollen heuer keinen Kredit beantragen.
 

Im Rahmen des Austrian Business Checks (AB-Check) befragt der KSV1870 zwei Mal jährlich Unternehmen in Österreich zu aktuellen Themen. An der Umfrage im März haben mehr als 1.000 Unternehmen teilgenommen.
 

Pressemeldung KSV1870 Business Check Investitionen 2018

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Rückfragenhinweis:
Mag. Sandra Kienesberger
Leiterin KSV1870 Unternehmenskommunikation
Telefon 050 1870-8213, E-Mail: kienesberger.sandra@ksv.at

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