Pressemeldung: Privatkonkurse erreichen Höchstwerte

08.10.2018

Die Insolvenzstatistik des KSV1870 für die ersten drei Quartale 2018 zeigt nach wie vor eine hohe Anzahl von Privatkonkursen. Firmenpleiten sind nur knapp im Plus.
 

Finale Insolvenzstatistik 1.-3. Quartal 2018

 

KSV1870 Infografik Insolvenzstatistik QI-III-2018 HR web
 

Firmenpleiten mit leichtem Plus

Q3 2018 (Hochrechnung): Neben den Unternehmensinsolvenzen haben sich auch deren Passiva und die Zahl der von Unternehmensinsolvenzen betroffenen Dienstnehmer erhöht.
 
Die vorläufige Insolvenzstatistik des KSV1870 zeigt für die ersten drei Quartale des Jahres 2018 gegenüber dem Vergleichszeitraum 2017 einen österreichweit leichten Anstieg der Unternehmensinsolvenzen um knapp 2 % auf 3.785 Insolvenzen. Parallel dazu sind auch die Passiva der insolventen Firmen um etwa
21 % auf EUR 1.293 Millionen angewachsen. Gleichzeitig ist auch die Zahl der betroffenen Dienstnehmer um mehr als 22 % auf 14.200 Personen angewachsen.

 
Der führende Gläubigerschutzverband des Landes veröffentlicht zum Quartalsende die hochgerechneten Insolvenzzahlen für Österreich. Diese zeigen für die ersten drei Quartale 2018 eine leichte Zunahme der Firmenpleiten von knapp 2 % auf 3.785 Insolvenzen gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Damit liegt dieser Zuwachs durchaus im prognostizierten Bereich und ist vor allem darauf zurückzuführen, dass nach durchschrittener Talsohle im vergangenen Jahr jetzt wieder mit Zuwächsen zu rechnen war. Dabei zeigte sich, dass sowohl die eröffneten Insolvenzverfahren (+ 2,2 %) als auch die mangels Vermögens nicht eröffneten Verfahren (+ 1,6 %) leicht zugelegt haben.
 


Deutliche Anstiege bei Passiva und betroffenen Dienstnehmern
In Bezug auf die Passiva der insolventen Unternehmen zeigt sich gegenüber dem Vergleichszeitraum 2017 ein deutlicher Zuwachs. Denn die Schulden sind in den ersten neun Monaten des Jahres um rund 21 % auf insgesamt EUR 1.293 Millionen gestiegen. Darüber hinaus hat auch die Zahl der von Unternehmensinsolvenzen betroffenen Dienstnehmer deutlich zugelegt: Diese hat sich um über 22 % auf insgesamt 14.200 Betroffene erhöht.
 
Firmeninsolvenzen: plus 10 % in Niederösterreich
Im Bundesländervergleich zeigen sich für die ersten drei Quartale teils deutliche Unterschiede gegenüber 2017. Den größten Zuwachs gibt es in Niederösterreich mit einem Plus von fast 10 % zu vermelden. Spürbare Anstiege konnten auch in anderen Bundesländern verzeichnet werden: Kärnten befindet sich mit einem Plus von rund 9 % auf Platz 2, gefolgt von Vorarlberg mit knapp 7 % mehr Firmeninsolvenzen. Den deutlich größten Rückgang verzeichnet Tirol mit einem Minus von mehr als 11 %. Ebenfalls rückläufig sind die Unternehmensinsolvenzen in Salzburg mit über 7 % weniger Fällen.   

 

Privatkonkurse erreichen Höchstwerte

Q3 2018 (Hochrechnung): Private Schuldenregulierungsverfahren sind gegenüber dem Vergleichszeitraum 2017 um rund zwei Drittel gestiegen. Verbindlichkeiten haben sich beinahe verdreifacht.  
 
Wie die vorläufige Insolvenzstatistik des KSV1870 ergibt, wurden in den ersten drei Quartalen 2018 in Österreich insgesamt 7.801 private Schuldenregulierungsverfahren eröffnet. Das bedeutet ein sattes Plus von fast 66 % gegenüber dem Vergleichszeitraum 2017. Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf EUR 1.502 Millionen und haben sich dabei um fast 166 % erhöht.
 
Wie die Insolvenzstatistik des führenden Gläubigerschutzverbandes Österreichs zeigt, bedeuten 7.801 Privatkonkurse in den ersten drei Quartalen 2018 nicht nur ein sattes Plus von fast 66 % gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres, sondern gleichzeitig einen absoluten Höchstwert. Grund dafür ist das Insolvenzrechtsänderungsgesetz 2017 (IRÄG 2017), wodurch die Zahl der Schuldneranträge im vergangenen Jahr zunächst deutlich rückläufig war und erst im vierten Quartal 2017 wieder zugenommen hat. Dieser Trend setzte sich 2018 in den ersten neun Monaten fort: „Die aktuellen Höchstwerte sind das Ergebnis des IRÄG 2017 und der Entwicklung in den letzten Monaten“, erklärt
Dr. Hans-Georg Kantner, Leiter KSV1870 Insolvenz. Selbst im Vergleich mit einem „normalen“ Insolvenzjahr, also einem Jahr ohne Einschnitt durch die Gesetzgebung, ergibt sich bei den eröffneten Schuldenregulierungsverfahren ein deutliches Plus von knapp 28 %.
 

 
Schulden der Privaten: EUR 1.502 Millionen
Parallel zu den Privatkonkursen ist es auch bei den damit verbundenen hochgerechneten Verbindlichkeiten zu einem kräftigen Zuwachs von knapp 166 Prozent gekommen. Diese belaufen sich auf insgesamt EUR 1.502 Millionen oder durchgerechnet auf EUR 193.000,- pro Schuldner. Dieser Durchschnittswert liegt deutlich über dem langjährigen Schnitt, der sich in etwa bei EUR 120.000 pro Schuldner befindet und indiziert, dass durch das IRÄG 2017 vermehrt Schuldner mit hohen Verbindlichkeiten eine Schuldenregulierung bzw. Restschuldbefreiung anstreben. 

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Infografiken: Print I Web

Pressemeldung Unternehmensinsolvenzen QI-III 2018 (HR)

Pressemeldung Privatkonkurse QI-III 2018 (HR)
 

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Mag. Sandra Kienesberger
Leiterin KSV1870 Unternehmenskommunikation
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