Insolvenzantrag: pre tv GmbH

Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beim LG Graz beantragt.


Am 09.05.2022 wurde über das Vermögen des Unternehmens

pre tv Gesellschaft für Film- und Videoproduktion m.b.H.
Ziegelstraße 20
8045 Graz

ein Insolvenzantrag gestellt

•    Gegenstand des Unternehmens
Betrieben werden die Filmproduktion und die Überlassung von Arbeitskräften. Ange-schlossen sind der Handel und die Datenverarbeitung.

•    Geschäftsführer:
Mag. Nikolaus Wisiak

•    Gesellschafter: 
Mag. Nikolaus Wisiak  74%
Dr. Peter Bartl                13%
Astrid Bartl                     13%

•    Gläubiger:                  ca. 25
•    Dienstnehmer:           22 Angestellte und 14 freie Mitarbeiter

•    Passiva: rd. EUR  1,9 Mio. (Liquidationswerte)
•    Aktiva: rd. EUR 287.000,00 (Liquidationswerte)

Sanierungsplan:
Die Insolvenzgläubiger erhalten eine Quote von 20%, zahlbar innerhalb von 2 Jahren ab Sanierungsplanannahme.

Insolvenzursachen (lt. Schuldnerangaben): 
PRE TV wurde bereits in den 80er Jahren gegründet, im Jahre 2012 übernahm Mag. Nikolaus Wisiak das Unternehmen im Rahmen eines Management Buy Outs.
Die PRE TV hat vorrangig Arbeitskräfte an den ORF überlassen und darüber hinaus Kamerateams an den ORF und internationale Sender vermietet. Ende der 80er begann die Antragstellerin für den ORF Serien wie „Bravissimo“ oder „Countdown“ zu produzieren. Hinzu kamen Dokumentationen für den internationalen Fernsehmarkt und Wirtschaftsfilme für internationale Unternehmen.
Von 2009 bis 2017 wurden auch Schnittplätze für die Postproduktion von Langformaten wie „Schauplatz“, Schauplatz Gericht“ oder „Bürgerforum“ zur Verfügung gestellt.
Seit 2012 kam es vermehrt zu internationalen Co Produktionen, Partner waren u.a. der ORF, ARTE, ZDF, ARD, aber auch France Television oder BBC4.
Es gab für die Antragstellerin zahlreiche Prämierungen wie etwa die Goldene Rose von Montreux.

Zu den Insolvenzursachen gehört die in den letzten Jahren verringerte Nachfrage nach Personalvermietung, Teamvermietung und Schnittplatzvermietung. Die angebotenen Preise am Markt wurden aufgrund des Kostendrucks auch nicht angepasst.
Es wurde verstärkt auf internationale Produktionen gesetzt, diese bringen jedoch eine weitaus längere Durchlaufzeit mit sich und mussten zusätzliche Finanzierungen aufgestellt werden. Zusätzlich belastete die Covid 19 Pandemie die Liquidität und Auslastung des Unternehmens.

Weitere verfahrensrelevante Daten:
Das antragstellende Unternehmen wurde 2009 ins Firmenbuch eingetragen.

Das Unternehmen soll fortgeführt und durch einen Sanierungsplan entschuldet werden. 
Ein Finanzplan wurde vorgelegt. Mit dem ORF konnten positive Vorgespräche geführt werden. Geplant ist u.a. die Beteiligung eines Neuinvestors. Um einen nachhaltigen Turnaround zu schaffen, werden auch Kapazitätsanpassungen im operativen Bereich notwendig sein.

Der zu bestellende Insolvenzverwalter wird das Ansinnen der Antragstellerin zu prüfen haben, ohne dass ein weiterer Ausfall für die Gläubiger droht. 

Der KSV1870 bietet allen Gläubigern an, sie in diesem Fall zu vertreten. Bitte senden Sie Ihre Unterlagen per E-Mail an ins.graz@ksv.at.

Graz, 09.05.2022

Rückfragen: 

Mag. Georg Ebner
Leiter KSV1870 Insolvenz Graz
Telefon 050 1870-2035, E-Mail: georg.ebner@ksv.at