Sanochemia Pharmazeutika AG insolvent

Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt: Passiva rd. EUR 49 Mio.

SANIERUNGSVERFAHREN ERÖFFNET am 16.12.2019

Die 

Sanochemia Pharmazeutika AG

mit Sitz in 1090 Wien, Boltzmanngasse 11, hat ihre insolvenzrechtliche Überschuldung eingestanden und am HG Wien einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung gestellt. Der Insolvenzantrag wird derzeit vom Gericht geprüft und geht der KSV1870 davon aus, dass es daher rasch zur gerichtlichen Eröffnung des Verfahrens kommen wird. 

  • Gegenstand des Unternehmens: 
    Es handelt sich um ein österreichisches Pharmaunternehmen mit Sitz in Wien, welches im Jahr 1990 gegründet wurde. Betriebsgegenstand ist die Entwicklung und der Vertrieb von pharmazeutischen Produkten im Human-, aber auch Veterinärbereich. Ebenso umfasst ist die Produktion und Auftragsherstellung derartiger Produkte. Eine wichtige Säule stellt auch die Forschungs- und Entwicklungsabteilung dar.

    Der Großteil der Mitarbeiter wird am Produktionsstandort im Burgenland (Neufeld an der Leitha) beschäftigt. 

    Insgesamt werden 163 Mitarbeiter beschäftigt.

    Außerhalb von Österreich befinden sich in folgenden Ländern Tochtergesellschaften: Deutschland, Schweiz, Tschechien, Ungarn, Slowakei, UK und USA. 

    Hiezu ist festzuhalten, dass die dortigen Tochtergesellschaften nicht insolvenzverfangen sind.
  • Betroffene Gläubiger:  282 
  • Gesamtpassiva:
    Die gesamten Verbindlichkeiten belaufen sich (laut Antragstellerin) auf rd. EUR 49 Mio., davon sind rd. EUR 12,5 besichert und rd. EUR 36,5 Mio. unbesichert.
  • Aktiva:  Die Antragstellerin gibt rd. EUR 22 Mio. an Aktiva an.

Insolvenzursachen (lt. Schuldnerangaben):  
Aufgrund der Einschränkung des sog. GMP-Zertifikates ("Gute Herstellungspraxis für Arzneimittel") konnte das Schuldnerunternehmen bestimmte Produkte nicht mehr einer eigenen Qualitätsprüfung unterziehen. Die Folgen waren laut Schuldnerangaben Lieferverzögerungen und Lieferausfälle bei Kunden, welche zu Schadenersatzforderungen geführt haben. Auch kam es zu erheblichen Mehrkosten durch die Prüfung der Qualität dieser Produkte bei externen Dritten. 
Hinzu kamen wirtschaftliche Belastungen, die aus der Vergangenheit der Gesellschaft resultierten.

Sanierungsplan
Das Unternehmen bietet seinen Gläubigern eine Sanierungsplanquote von 20 %, zahlbar innerhalb von 2 Jahren ab Annahme des Sanierungsplanes an. Ob dieses, lediglich den gesetzlichen Mindesterfordernissen entsprechende Anbot, akzeptabel ist, wird der KSV1870 im Interesse der betroffenen Gläubiger prüfen. 

Die Mittel für die Finanzierung des Sanierungsplans will das Unternehmen aus dem Fortbetrieb, sowie aus einer dann eventuell noch notwendigen Kapitalerhöhung aufbringen.

Als Maßnahmen zur Erwirtschaftung der Sanierungsplanquote hat das Unternehmen überdies bereits Reorganisationsmaßnahmen eingeleitet.

Der KSV1870 bietet allen Gläubigern an, sie in diesem Fall zu vertreten. Unterlagen bitte per E-Mail an ins.team.wien@ksv.at.

Wien, 16.12.2019

Rückfragen:
Mag. Roman Tahbaz

Insolvenz Wien
Telefon: 050 1870-8215, E-Mail: tahbaz.roman@ksv.at