Commerzialbank Mattersburg: Prüfungstagsatzung

Commerzialbank Mattersburg im Burgenland Aktiengesellschaft: Drittgrößte Insolvenz der österreichischen Wirtschaftsgeschichte, größte Insolvenz des Burgenlandes

Heute, Montag, 12.10.2020 fand beim Landesgericht Eisenstadt die Prüfungs- und Berichtstagsatzung statt, die folgendes Ergebnis brachte:

Im Anmeldungsverzeichnis scheinen Forderungsanmeldungen von 373 Gläubigern mit einem Gesamtforderungsvolumen von EUR 809 Mio. auf, darüber hinaus haben auch 77 Dienstnehmer Forderungen von EUR 3,3 Mio. angemeldet. Allerdings hat der Masseverwalter bislang nur Gläubigerforderungen im Umfang von EUR 366 Mio. anerkannt. Nach Einschätzung des KSV1870 ist jedoch davon auszugehen, dass nach näherer Prüfung noch weitere Forderungen anerkannt werden, sodass die Größenordnung der Passiva mit EUR 800 Mio. angenommen wird.

Damit handelt es sich – gemessen am Volumen der Passiva – um den drittgrößten Insolvenzfall der österreichischen Wirtschaftsgeschichte und um die größte Insolvenz, die das Burgenland jemals zu verzeichnen hatte, wie nachstehende Übersicht zeigt:

Top 5 Großinsolvenzen in Österreich im historischen Rückblick

    Eröffnungsjahr Passiva (EUR)
1 ALPINE-Gruppe, Wien 2013 3.500 Mio.
2 KONSUM Firmengruppe, Wien 1995 1.890 Mio.
3 Commerzialbank Mattersburg im Burgenland AG, Bgld. 2020  800 Mio.
4 Maculan-Konzern, Wien 1995 799 Mio. 
5 A-TEC Industries AG, Wien 2010 570 Mio.


Zum Zeitpunkt der Konkurseröffnung waren 74 Dienstnehmer im Unternehmen beschäftigt, derzeit stehen dem Masseverwalter-Team noch 12 Mitarbeiter für die Abwicklung der Insolvenz zur Verfügung.

Rückfragehinweis:

Dr. Alexander Klikovits
Leiter Unternehmensinsolvenz NÖ/Bgld.

Kreditschutzverband von 1870 
Wagenseilgasse 7, 1120 Wien
T +43 50 1870-8336
E-Mail: klikovits.alexander@ksv.at

Wien, 12.10.2020