Herbitschek Gesellschaft m.b.H.

Ergebnisse der ersten Prüfungstagsatzung vom 05.12.2019


Im Sanierungsverfahren der Firma Herbitschek Gesellschaft m.b.H., Kirchenviertel 142, 8673 Ratten fand am 05.12.2019 die erste Prüfungstagsatzung statt.

Wie bereits nach der ersten Gläubigerversammlung am 28.11.2019 berichtet, sind im Unternehmen nach wie vor 289 Dienstnehmer beschäftigt, das Unternehmen operiert hauptsächlich in den Gebieten Süd- und Ostösterreich.
Zu den Auftraggebern gehören Häuselbauer, kleine und mittlere Unternehmen, öffentliche Auftraggeber und Bauträger.

Zu den Insolvenzursachen ist auszuführen, dass die Kalkulation einzelner Großprojekte zu optimistisch erfolgte. Der Projektaufwand war zu gering kalkuliert und kam es zu Unterdeckungen.
Die Schuldnerin wird hierbei mit derzeit der Höhe nach noch nicht endgültig bezifferbaren Schadenersatzforderungen konfrontiert werden.
Diesbezüglich bleiben die weiteren Forderungsanmeldungen abzuwarten. 

Der derzeitige Insolvenzfortbetrieb wird im Wesentlichen aus den laufenden Bauvorhaben finanziert.

Der Insolvenzverwalter ist nunmehr intensiv damit beschäftigt die vorhandenen Bauvorhaben einer Bewertung zu unterziehen und zu überprüfen wie viele Projekte fortgeführt werden sollen. Die generelle Auftragslage kann als positiv bezeichnet werden.
Zum Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung waren 240 Bauvorhaben mit unterschiedlichen Baufortschritten in Bearbeitung.

Bislang wurden im Sanierungsverfahren 413 Forderungen angemeldet (darin enthalten sind auch 289 Forderungen der Dienstnehmer). Diese betragen ca. EUR 1,15 Mio. und enthalten die vor Insolvenzeröffnung offenen Oktoberlöhne sowie die aliquoten Novemberlöhne.

Exklusive der Dienstnehmer beträgt die Höhe der angemeldeten Forderungen derzeit ca. EUR 7,5 Mio.

Weitere verfahrensrelevante Daten:

  • Besondere Prüfungstagsatzung am 09.01.2020
    In dieser werden weitere Forderungsanmeldungen geprüft werden.
  • Die besondere Prüfungs-, Schlussrechnungs- und Sanierungsplantagsatzung wurde für den 30.01.2020 angesetzt.

Derzeit lautet der Sanierungsplanvorschlag wie folgt:
Die Insolvenzgläubiger erhalten auf ihre Forderungen eine Quote von 20 %, zahlbar innerhalb von 2 Jahren vom Tag der Annahme des Sanierungsplans

Da abgewartet werden muss wie hoch die zu Recht bestehenden Forderungen, welche an die Schuldnerin herangetragen werden, tatsächlich sind - insbesondere Schadenersatzforderungen - , kann die Angemessenheit des Sanierungsplanes derzeit noch nicht beurteilt werden und bleiben die weiteren Entwicklungen der nächsten Wochen abzuwarten. 

Graz, 05.12.2019


Rückfragen: 

Mag. Georg Ebner
Leiter Insolvenz Graz
Telefon 050 1870 2035, E-Mail: ebner.georg@ksv.at

René Jonke
Leiter Region Süd
Telefon 050 1870 2012, E-Mail: jonke.rene@ksv.at