Konkurs Amabrush GmbH

Gläubigern droht Totalausfall


Morgen am 30.7.2019 findet am Handelsgericht Wien die Berichts- und Prüfungstagsatzung statt.

Bis heute wurden zu gegenständlichem Verfahren Forderungen im Gesamtausmaß von 
ca. EUR 800.000,-- angemeldet.

Unternehmensgegenstand war die Entwicklung und der Vertrieb einer innovativen elektrischen Zahnbürste („10-Sekunden Zahnbürste“).

Die notwendigen Finanzmittel für die Entwicklung und Herstellung des Produktes wurden im Wesentlichen über Crowdfunding-Kampagnen aufgebracht. An diesen Crowdfunding-Kampagnen haben sich praktisch ausschließlich Privatpersonen beteiligt (aus Europa und den USA). Ab Anfang 2018 wurde dann ein Webshop eröffnet und konnten „Vorbestellungen“ vorgenommen werden.

Am Markt konnte jedoch das endfertige Produkt nicht erfolgreich platziert werden (Lieferverzögerungen, Qualitätsmängel, hohe Entwicklungskosten).
Nachdem der ursprünglich in der Insolvenz angestrebte Fortbetrieb mangels Kundennachfrage gescheitert ist, wurde das Unternehmen Ende Juni geschlossen.

Der Insolvenzverwalter wird nunmehr die Verwertung der spärlich vorhandenen Aktiva vorzunehmen haben. Der KSV1870 geht davon aus, dass die Gläubiger am Ende des Verfahrens keine Quotenzahlung erhalten werden.

Die Schuldnerin sprach ehemals im eigenen Antrag auf Insolvenzeröffnung von Passiva von ca. EUR 4,5 Mio. 
Erklärung für die nunmehr geringe Höhe der angemeldeten Passiva ist:
Die meisten der rund 21.000 Crowdfunder und rund 8.000 Webshop-Käufer, die grundsätzlich Gläubigerstellung hätten, haben offenbar ihre Forderungen (meist ein Betrag von EUR 100,-- bis EUR 200,--) aufgrund wirtschaftlicher Aussichtslosigkeit nicht im Insolvenzverfahren angemeldet.

Rückfragen: 
Mag. Christoph Vavrik
KSV1870 Insolvenz Team Wien
Tel.: 050 1870-8239

Wien, 29.07.2019