Kremsmüller - Sanierungspläne angenommen

Kremsmüller Firmengruppe:
Sanierungspläne wurden von den Gläubigern angenommen


Linz, 15.10.2020

Kremsmüller Industrieanlagenbau KG, 4641 Steinhaus bei Wels, Kremsmüllerstraße 1

Die Gläubiger der Kremsmüller Industrieanlagenbau KG haben am 15.10.2020 beim Landesgericht Wels über den eingebrachten Sanierungsplan beraten und abgestimmt. Der von der Schuldnerfirma angebotene 25 %-ige Sanierungsplan wurde mit großen Summen- und Kopfmehrheiten angenommen. Das Sanierungskonzept sieht rund 18,8 Millionen Euro für die Gläubiger vor.

Rund 1.900 Gläubigerforderungen in der Höhe von rund 116,5 Millionen Euro wurden zum Sanierungsverfahren angemeldet.  Die Forderungen der rund 580 Lieferantengläubiger belaufen sich auf rund 110,5 Millionen Euro. Unter Abzug von Haftungs- und Rückstehungserklärungen ist letztlich mit quotenberechtigten Forderungen in der Höhe von rund 75 Millionen Euro zu rechnen.

Folgender Sanierungsplanvorschlag wurde von den Gläubigern als angemessen beurteilt und mehrheitlich angenommen:

25 %, zahlbar 10 % binnen 14 Tagen, weitere 7,5 % binnen 12 Monaten und weitere 7,5 % binnen 24 Monaten, jeweils ab Annahme, keine Rate jedoch vor Rechtskraft der Bestätigung des Sanierungsplanes.

Die Insolvenzgläubiger kommen durch die Sanierung des Unternehmens schneller zu ihrem Geld als im Falle der konkursmäßigen Zerschlagung und Verwertung des Unternehmens. 

Die Ursachen der eingetretenen Zahlungsunfähigkeit lagen in Managementfehlern und in verlustbringenden Aufträgen im Bereich der Prozesstechnologie begründet. Nach Auflösung dieser Verträge ergeben sich positive Zukunftsprognosen, der Auftragsstand ist derzeit zufriedenstellend.

Kremsmüller Industrieservice  KG, 4651 Steinhaus bei Wels, Kremsmüllerstraße 1

Die Gläubiger der Kremsmüller Industrieservice KG haben ebenfalls am 15.10.2020 beim Landesgericht Wels über den vorgelegten Sanierungsplan beraten und abgestimmt. Der von der Schuldnerfirma angebotene 25 %-ige Sanierungsplan wurde mehrheitlich angenommen. 

Rund 1.232 Gläubigerforderungen in Höhe von rund 13 Millionen Euro wurden zum Sanierungsverfahren angemeldet, wovon der Insolvenzverwalter rund 8,8 Millionen Euro anerkannt hat.  

Folgender Vorschlag wurde von den Gläubigen als angemessen beurteilt und mehrheitlich angenommen:

25 %, zahlbar 10 % binnen 4 Wochen, weitere 7,5 % binnen 12 Monaten und weitere 7,5 % binnen 24 Monaten, jeweils ab Annahme, keine Rate jedoch vor Rechtskraft der Bestätigung des Sanierungsplanes.

Das Unternehmen beschäftigt sich mit der Industriemontage im Wege der Arbeitskräfteüberlassung. Rund 95 Prozent der Dienstnehmer werden im Rahmen der Arbeitskräfteüberlassung bei der Kremsmüller Industrieanlagenbau KG eingesetzt.

Beim Insolvenzverfahren der Kremsmüller-Gruppe handelt es sich um die bislang größte Insolvenz des heurigen Jahres in Oberösterreich. Die beiden Verfahren wurden im Juni 2020 eröffnet und können nunmehr mit Oktober 2020 nach einer Verfahrensdauer von nur vier Monaten positiv abgeschlossen werden. 

Insgesamt beschäftigt die Unternehmensgruppe „Kremsmüller“ einschließlich des Leihpersonals rund 2.000 Mitarbeiter. Aufgrund der derzeitigen Vollauslastung des Unternehmens ist mit einer Gefährdung der Arbeitsplätze nicht zu rechnen.

„Langfristig betrachtet leidet aus Sicht des KSV1870 die gesamte Wirtschaft, wenn Insolvenzen verzögert und insolvenzreife Unternehmen nicht saniert werden“, erläutert Petra Wögerbauer vom KSV1870.

Linz, 15.10.2020

Rückfragen: 

Mag. Harald Neumüller
Mag. Petra Wögerbauer

KSV1870 Linz 
Mozartstraße 11, 4020 Linz 
Telefon: 050 1870-DW 4016 und DW 4031
E-Mail: insolvenz.linz@ksv.at