Thomas Cook Austria AG: Ergebnis der Prüfungstagsatzung

Heute fand am Handelsgericht Wien die Berichts- und Prüfungstagsatzung statt.

Passiva

Bis dato haben 370 Gläubiger Forderungen in einem Gesamtausmaß von rd. EUR 10,4 Mio. im Insolvenzverfahren angemeldet. Vorerst hat der zuständige Insolvenzverwalter aus Vorsichtsgründen lediglich Forderungen in einer Größenordnung von rd. EUR 3,8 Mio. anerkannt. Es ist jedoch mit weiteren Anerkenntnissen zu rechnen.

Möglicherweise bestehen Haftungen für verbundene Unternehmen im höheren Millionenbereich. Bis dato wurden jedoch keine Forderungsanmeldungen aufgrund dieser Haftungen im Insolvenzverfahren geltend gemacht.

Aus diesem Grund ist derzeit auch keine seriöse Quotenprognose möglich.

Verfahrensstand

Da über das Vermögen nahezu sämtlicher Thomas Cook Gesellschaften Insolvenzverfahren eröffnet wurden, wäre es aufgrund der negativen Berichterstattung unmöglich gewesen auch nur eine Reise zu verkaufen. Der Einstieg eines „Investors“ oder eine Veräußerung des Unternehmens blieb erfolglos. Das schuldnerische Unternehmen wurde somit kurz nach Insolvenzeröffnung geschlossen. Der Insolvenzverwalter ist seit der Schließung mit der Liquidation des Unternehmens befasst.

Bislang konnte im Zuge der Verwertung ein Betrag von rd. EUR 1,3 Mio. zugunsten der Gläubiger vereinnahmt werden. Das wesentlichste Asset war das Tochterunternehmen N-U-R Neckermann in Ungarn, das zu 100 % im Eigentum der Schuldnerin stand. Der Vorteil der „N-U-R“ bestand darin, dass im Firmenwortlaut nicht die Bezeichnung Thomas Cook aufscheint. Aus diesem Grund konnte der Betrieb seitens der Geschäftsführung in Ungarn aufrechterhalten werden. Eine Bewertung der Anteile wurde umgehendst vorgenommen und wurde dieser mit Zustimmung des Gläubigerausschusses, welchem auch der KSV1870 angehört an den Bestbieter um EUR 4 Mio. veräußert.

Wien, 16.12.2019

Rückfragen:

Mag. Tanja Schartel

KSV1870 Insolvenz Team Wien

Telefon 050 1870 8299