Insolvenzstatistik 2016 final

03.01.2017

Ruhe vor dem Sturm?
Insolvenzstatistik Unternehmen 2016 

 
Wien, 3.1.2017 – Insgesamt 5.226 Unternehmen wurden 2016 insolvent. Die Steigerung gegenüber 2015 beträgt 1,5 %, bei den eröffneten Verfahren. Fast ident sind die mangels Vermögens nicht eröffneten Verfahren (+1,4 %). Die Anzahl der betroffenen Dienstnehmer betrug 19.200 und ging somit um ca. 12 % zurück. Die Verbindlichkeiten von 2,9 Milliarden bedeuten einen Anstieg von 21 % lediglich aufgrund zweier spezieller Verfahren. Ohne diese gäbe es mit 2,32 Milliarden sogar einen Rückgang von 7,5 %.
 
Fazit: Die Pleiten steigen an, werden allerdings kleiner.
 
Weit mehr Eröffnungen als Nicht-EröffnungenEs ist ein wesentlich höherer absoluter Zuwachs an Eröffnungen gegenüber Abweisungen zu verzeichnen: Dem absoluten Plus von 48 Eröffnungen standen nur 28 zusätzliche Nicht-Eröffnungen gegenüber.
Zwei untypische Verfahren
Die Großverfahren Activ Solar und Slav Handel betreffen zwei Holdinggesellschaften aus Wien, deren eigentliche Aktivitäten und Schulden (EUR 620 Millionen) sich im Ausland abspielten und sind damit eigentlich nur zufällig in die Statistik gerutscht.
 
Dr. Hans-Georg Kantner, KSV1870 Leiter Insolvenz, zur derzeitigen Situation: „Seit bald 20 Jahren erlebt Österreich einen kleinen Gründerboom von ca. 30.000 neuen Unternehmen jährlich, was die Zahl der Unternehmen seither praktisch verdoppelt hat. Die Quote derer, die es nicht schaffen, war jedoch in den vergangenen Jahren sogar rückläufig. Wurden Ende der 90er-Jahre noch Insolvenzquoten von 1,7 % und 1,8 % verzeichnet, liegen sie jetzt bei ca. 1,3 %  (= Anteil der insolventen an allen aktiven Unternehmen). Die Firmenpopulation verjüngt sich durch die Gründeraktivität und es darf nicht überraschen, dass ca. 50 % der Insolvenzen Unternehmen betreffen, die maximal 10 Jahre alt sind. Die Lebenserfahrung zeigt, dass auch Gründer sich erst bewähren und die eine oder andere Feuertaufe nehmen müssen.“
 
 
Vollständige Analyse zu den Unternehmensinsolvenzen 2016

 

Privatkonkurse: Rückgang von 9,3 %
Statistik Schuldenregulierungsverfahren 2016 

 
Wien, 3.1.2017 –  Mit 8.011 wurden im Jahr 2016 um 9,3 % weniger Verfahren eröffnet als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs. Auch die Höhe der Verbindlichkeiten sank auf EUR 1,03 Milliarden. Ehemalige Unternehmer waren 2016 mit etwa EUR 290.000,- verschuldet, „echte“ Privatpersonen mit ca. EUR 58.500,-, das entspricht einem Gesamtdurchschnitt von EUR 128.600,- pro Fall.

Vollständige Analyse zu den Privatinsolvenzen 2016