KSV1870 Pressekonferenz - Video: Trendumfrage Zahlungsmoral Österreich 2015

KSV1870 Pressekonferenz: Zahlungsmoral 2015

Offene Rechnungen: Jetzt hagelt es Konsequenzen!

  • Jedes 10. Unternehmen gibt an, durch Zahlungsausfälle seiner Kunden in der Existenz bedroht zu sein, beinahe jedes 4. Kleinunternehmen klagt über Umsatzrückgänge
  • Betriebe sichern sich nun stärker ab, mehr als die Hälfte reagiert mit Liefersperren
  • Öffentliche Hand zahlt später als im Vorjahr 

Wien, 01.09.2015 – Weil die Unternehmen immer rascher reagieren, um ihre Kunden zur Bezahlung der offenen Forderungen zu bewegen, ist die Zahlungsmoral in Österreich immer noch gut. Die Firmen zahlen im Schnitt nach 29 Tagen (-1 Tag) ihre Rechnungen und Privatpersonen schon nach 17 Tagen (-1 Tag). Bei der öffentlichen Hand brauchen die Unternehmen gute Nerven, denn sie lässt sich wieder mehr Zeit:
Bund, Land und Gemeinden zahlen nach durchschnittlich 38 Tagen (+1 Tag) und damit auch um 9 Tage später als Firmenkunden.

Johannes Nejedlik, Vorstand der KSV1870 Holding AG, zur aktuellen Entwicklung: „Die Wirtschaftslage lässt es nicht mehr zu, dass unbezahlte Rechnungen einfach hingenommen werden. Ohne effizientes Forderungsmanagement schmelzen besonders bei schlechter Konjunktur die schwer erkämpften Umsätze rasch dahin. Wenn ein Unternehmen seine Liquidität verliert, geht es rasch ans Eingemachte“, so Nejedlik. „Wer früh rasch reagiert, hat mehr Möglichkeiten, Verluste zu verhindern oder zumindest einzudämmen.“ Dass größte Vorsicht berechtigt ist, wird durch ein weiteres Ergebnis der Umfrage untermauert: 37 % der Befragten geben an, bei Zahlungsausfällen ihrer Kunden in einen Liquiditätsengpass zu kommen und jedes 10. Unternehmen sei dadurch sogar unmittelbar in seiner Existenz bedroht. 58 Prozent klagen zumindest über Gewinneinbußen.
 
Die Zügel werden angezogen
Bereits 53 % der Unternehmen stellen ihre Lieferungen an Kunden ein, um künftige Forderungsverluste zu vermeiden. Fast ein Drittel (30 %) setzt auf Informationen von Dritten (Auskunfteien, branchenintern), um rechtzeitig vor möglichen Zahlungsschwierigkeiten gewarnt zu sein. Um Forderungsverluste auszugleichen, stellt mehr als die Hälfte der Befragten (51 %) die Zahlungskonditionen bei einzelnen Kunden auf Vorauskassa oder Nachnahme um. Nur 9 % geben an, ihre Verluste in Form von Preiserhöhungen an ihre Kunden weiterzugeben. Darüber hinaus geben 58 % der Befragten an, unbestrittene, offene Rechnungen immer – unabhängig von der Forderungshöhe – zu betreiben. Das ist ein Plus von 5 % im Vergleich zu 2014. 67% der Forderungen sind jünger als zwei Wochen, wenn sie das erste Mal gemahnt werden. „Das ist sehr positiv, denn die Erfahrung zeigt, dass junge Forderungen die besten Chancen haben, einbringlich gemacht zu werden“, so
Mag. Johannes Eibl, Geschäftsführer der KSV1870 Forderungsmanagement GmbH, und er stellt weiters fest: „Auch die erste Mahnung wird heuer schneller an die Kunden versendet als noch im Vorjahr.“
 
Mehr Spielraum für die öffentliche Hand
Laut dem Bundesvergabegesetz vom Juli 2013 sollte die öffentliche Hand ihre Forderungen
innerhalb von 30 Tagen bezahlen. Die meisten ihrer Lieferanten räumen seit einem Jahr jedoch wieder ein vertraglich vereinbartes Zahlungsziel von 31 Tagen ein. Und auch diese wird von 23 % der öffentlichen Kunden nicht eingehalten und so wartet, wer die öffentliche Hand beliefert, in vielen Fällen 38 Tage auf sein Geld - 9 Tage länger als bei Firmenkunden. Hinzu kommt, dass gerade im Umgang mit der öffentlichen Hand Vorsicht herrschen dürfte. So werden Außenstände weniger häufig an Inkassoinstitute zur Betreibung weitergegeben als etwa bei Firmen- und Privatkunden. „Böse Zungen könnten meinen, dass die Betriebe aus Angst davor nicht mehr beschäftigt zu werden, Eskalationen meiden“, so KSV1870 Vorstand Nejedlik.
 
Umsätze rückläufig – kleine Unternehmen vermehrt betroffen
Aktuell berichtet beinahe jedes vierte (23 %) befragte Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 2 und 10 Mio. von Umsatzrückgängen im Vergleich zum Vorjahr. Bei den mittleren Unternehmen (>10 bis 50 Mio. Umsatz) ist das mit 19 % noch fast jedes Fünfte. Bei den Großunternehmen (>50 Mio. Umsatz) stellen dagegen nur 16 % eine rückläufige Entwicklung fest. „Die kleinen Unternehmen leiden auch deshalb am meisten, weil sie Umsatzrückgänge schlechter abfedern können als die großen. Daher ist diese Entwicklung gerade in einem klassischen KMU-Land wie Österreich besonders bedenklich“, erklärt Mag. Johannes Eibl die zunehmend schwierige Situation der heimischen Unternehmen.
 
Optimismus lässt nach
Es ist kein Wunder, dass auch die Einschätzung der eigenen Lage bei den Befragten gedämpfter ausfällt: Bereits 40 % der Unternehmen (+ 2 % gegenüber dem Vorjahr) schätzen sie gerade noch als befriedigend ein. Das Lager derer, die sie überhaupt mit mangelhaft bzw. ungenügend bewerten, ist um 3 % gegenüber 2014 auf bereits 14 % gestiegen. Auch bei den Prognosen macht sich steigender Pessimismus bemerkbar: nur
39 % (6 % weniger als im Vorjahr) rechnen noch mit einer guten bzw. sehr guten Entwicklung in den nächsten 6 Monaten. Immerhin 44 % erwarten auch im kommenden halben Jahr nur befriedigende Geschäfte.

Dies ist eine Aussendung der KSV1870 Forderungsmanagement GmbH.
 
Rückfragenhinweis:
Karin Stirner
Leiterin Unternehmenskommunikation
KSV1870 Holding AG, Wagenseilgasse 7, 1120 Wien
Telefon: 050 1870-8226, E-Mail: stirner.karin@ksv.at

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Zahlungsverhalten in Österreich

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Grafik Zahlungsdauer KSV1870 Trendumfrage Zahlungsmoral 2015