Zahlungsmoral 2017: Alles Aufschwung

22.08.2017

KSV1870 Infografik Trendstudie Zahlungsmoral 2017 JPG

Wien, 22.08.2017

Die aktuellen Umfrageergebnisse bestätigen die günstige Prognose der Wirtschaftsforscher:

  • 48 % verzeichnen steigende Umsätze (+ 8 %)
  • 63 % der Befragten schätzen ihre derzeitige Geschäftslage positiv ein (+ 10 %)
  • Österreichs Gemeinden zahlen schneller als im Vorjahr

Sehr erfreulich ist, dass dieser Optimismus allgemein und quer durch alle Unternehmensgrößen spürbar ist. Ganz besonders scheinen Unternehmen mit Mitarbeitern von 301 bis 500 Mitarbeitern von dem Positivtrend zu profitieren: 67 % von ihnen berichten von steigender Umsatzentwicklung, das sind 35 % mehr als im Vorjahr. Hatten im Vorjahr noch 13 % aus dieser Gruppe sogar rückläufige Umsätze angegeben, so ist dieser Prozentsatz aktuell auf null gesunken.

Bei jeder Unternehmensgröße steigt mit dem Umsatz auch die Zufriedenheit. KSV1870 Vorstand Mag. Ricardo-José Vybiral, MBA: „Es zeigt sich, dass auch 79 % der Großunternehmen ihre Geschäftslage als gut oder sogar sehr gut einstufen. Besonders erfreulich an diesem Ergebnis ist für ein klassisches KMU-Land wie Österreich, dass der Mittelstand den Aufschwung bestätigt. Dieser Umstand trägt zu einem großen Teil zum positiven Klima bei.“

Auch die allgemeine Zahlungsmoral rundet das positive Bild ab: 65 % der Umfrageteilnehmer stellen eine unverändert gute Disziplin im Zahlungsverhalten ihrer Firmenkunden fest. 14 % sprechen von einer Verbesserung (+ 3 %). Besonders die Gemeinden untermauern ihren Status als Musterschüler einmal mehr, indem sie ihre Verbindlichkeiten in manchen Bundesländern bis zu sieben Tage schneller als im Jahr davor bezahlen.
 

KSV1870 Grafik Österreich Zahlungsdauer Gemeinden2017 JPG

Die Gründe für den Zahlungsverzug
Signifikante Änderungen zeigt die aktuelle Studie bei der Einschätzung der Gründe für den Zahlungsverzug von Kunden. Nur mehr ein knappes Drittel (- 10 %) tippt darauf, dass Rechnungen vorsätzlich nicht bezahlt werden. Ein Liquiditätsengpass wird in diesem Jahr von 48 % Befragten, und damit viel seltener als im Vorjahr vermutet (- 11 %). Allerdings zeigt sich in diesem Zusammenhang, dass Größe offensichtlich Macht verleiht: 39 % der Gläubiger stellen fest, dass ihre großen Kunden tendenziell länger für die Bezahlung brauchen als ihre kleinen – und damit ihre

Position als großer Player ausnützen. Doch das kann auch andere Gründe haben, denn mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer stellt der Verwaltung ihrer Schuldner kein gutes Zeugnis aus: 5 % mehr als 2016 vermuten Ineffizienz als Grund für verzögertes Zahlen.
 
Walter Koch, Geschäftsführer der KSV1870 Forderungsmanagement GmbH, weiß, dass dieser Verdacht nicht unbegründet ist: „Verzögerungen durch veraltete Administration schaden nicht nur den Gläubigern, die dadurch länger auf ihr Geld warten müssen. Verspätete Zahlungen haben auch negative Auswirkungen auf das eigene Rating. Schon aus diesem Grund sollte man die internen Wege überprüfen und optimieren. Wir sehen in der Praxis, dass durch straffes Debitorenmanagement signifikante Quick Wins zu erzielen sind.“
 
Mahnspesen und Verzugszinsen kommen in Mode
Immer mehr Gläubiger scheinen Zahlungsverzögerungen nicht mehr als Kavaliersdelikt zu betrachten, das zeigt ein weiterer Aspekt der Umfrageergebnisse. Obwohl immer noch ein Drittel der Befragten mit seinen Kunden weder Mahnspesen noch Verzugszinsen vereinbart hat, dürfte es in diesem Bereich ein Umdenken geben: 44 % und damit um 5 % mehr als im Vorjahr, geben an, diese nun in ihre Geschäftsbedingungen aufgenommen zu haben. Dies ist auch durchaus sinnvoll, denn der damit verbundene Aufwand will auch ersetzt sein. Letztlich werden diese jedoch von den meisten (noch) nicht konsequent eingefordert, denn 59 % der Gläubiger geben sich schließlich mit der Bezahlung ihrer Kapitalforderung zufrieden.
 
„Die österreichische Zahlungsmoral ist vorbildlich, als Resümee der Umfrage kann man sagen, dass aktuell 78 % der Firmenkunden ihre Verbindlichkeiten innerhalb des vereinbarten Zahlungsziels begleichen. Diese Fairness im Umgang untereinander ist ein fixer Bestandteil funktionierender Geschäftsbeziehungen und eine Grundbedingung für den deutlich zu ortenden Aufschwung der Wirtschaft“, fasst Vybiral zusammen.
 

Zahlungsdauer nach Kunden 2017 in Tagen
  Länder Gemeinden Firmenkunden Privatkunden
Wien 37 (-2) 35 (-3) 30 (0) 18 (+1)
Niederösterreich 37 (-2) 32 (-3) 29 (-1) 17 (0)
Oberösterreich 36 (-6) 28 (-7) 30 (+1) 19 (+2)
Kärnten 40 (+1) 28 (-6) 29 (-1) 17 (0)
Burgenland 35 (-4) 28 (-3) 31 (-2) 16 (-1)
Tirol 37 (+2) 28 (-3) 31 (+1) 19 (0)
Salzburg 31 (-6) 24 (-7) 29 (-1) 19 (+1)
Steiermark 32 (-3) 28 (-3) 29 (0) 16 (-1)
Vorarlberg 31 (-2) 27 (-1) 31 (+3) 19 (+3)
Österreich 36 (-1) 30 (-2) 29 (0) 17 (0)

Dies ist eine Aussendung der KSV1870 Forderungsmanagement GmbH.
 

Gerne stellen wir Ihnen einige Grafiken nachstehend zum Download zur Verfügung:
 
Infografik:
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Österreichkarte Gemeinden:
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Rückfragenhinweis:
Karin Stirner
Leiterin KSV1870 Unternehmenskommunikation
Telefon 050 1870-8226
E-Mail: stirner.karin@ksv.at