Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet.
Am 11.09.2026 wurde über die
Christof Industries Austria GmbH
Plabutscherstraße 115
8051 Graz Gösting
ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung am Landesgericht für ZRS Graz eröffnet.
• Gegenstand des Unternehmens
Betrieben werden der allgemeine Maschinenbau samt Montage und Reparatur von Maschinen und Anlagen, der Stahl-, Rohr- und Behälterbau, der Vorrichtungs- und Werk-zeugbau, die Schweiß-, Mess- und Regeltechnik sowie die Elektrik und Elektronik, daneben das Schlosser- und Maschinenbaugewerbe, ein technisches Büro für Maschinenbau, eine Handelsagentur, Werksvertretungen und das Handelsgewerbe der Eisen- und Metallverarbeitung sowie die Ausübung von Verwaltungsrechten.
Protokollierte Zweigniederlassungen: 4600 Wels, Maria-Theresia-Straße 51
1030 Wien, Kölblgasse 8
• Geschäftsführer: Johann Christof; Dipl.-Ing. Wolfgang Körner
• Gesellschafter: FMT Industrieholding GmbH (100 %)
• Gläubiger: ca. 450
• Dienstnehmer: ca. 180
• Passiva: rd. EUR 30,0 Mio. (zu Liquidationswerten, plus – im
Zerschlagungsfall - rund weitere EUR 32,0 Mio. Kosten für nicht fertigge-stellte Projekte)
• Aktiva: rd. EUR 6,0 Mio. (zu Liquidationswerten)
Sanierungsplan:
Die Insolvenzgläubiger erhalten eine Quote von 20 % ihrer Forderungen, zahlbar binnen 24 Monaten nach Annahme des Sanierungsplans, nicht jedoch vor dessen rechtskräftiger Bestätigung.
Eine Konkretisierung des Sanierungsplanvorschlags wird noch zu erfolgen haben.
Insolvenzursachen (lt. Schuldnerangaben):
Infolge des Ausbruchs der COVID-19-Pandemie war die Schuldnerin mit massiven und abrupten Störungen in der Leistungserbringung konfrontiert. Großprojekte konnten nicht wie geplant abgeschlossen und daher auch nicht planmäßig abgerechnet werden. Verschärft wurde diese Situation durch den Russland-Ukraine Konflikt und die starken Energiepreis-steigerungen im Jahr 2022. Diese Belastungen führten in Kombination mit massiven Kostenüberschreitungen bei zwei Schlüsselprojekten im Jahr 2022 dazu, dass über das Ver-mögen der Schuldnerin mit Beschluss des Landesgerichts für ZRS Graz vom 30.09.2022 ein erstes Sanierungsverfahren eröffnet wurde (AZ: 27 S 149/22x), das nach rechtskräftiger Be-stätigung des Sanierungsplans am 09.02.2023 erfolgreich abgeschlossen wurde.
Die wirtschaftliche Entwicklung der Schuldnerin war in den letzten Jahren positiv,
insbesondere konnte der 2023 abgeschlossene Sanierungsplan vollständig erfüllt werden. Die Liquiditätssituation der Schuldnerin war dadurch belastet, dass seit positivem Abschluss des Sanierungsverfahrens 2023 keine Bankfinanzierung erlangt werden konnte. Zusätzlich wirkte sich auf die Liquiditätssituation negativ aus, dass hinsichtlich der Abgeltung von Mehrleistungen aus einem Großprojekt ein Schiedsverfahren in London (UK) geführt werden musste. Der Ende August 2026 eingelangte Schiedsspruch fiel überraschend nur zu einem Bruchteil zugunsten der Schuldnerin aus.
Die sich daraus ergebenden negativen Konsequenzen führten schlussendlich zu einem
Liquiditätsengpass, infolgedessen sich die Schuldnerin gezwungen sah, einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens zu stellen.
Weitere verfahrensrelevante Daten:
Mit Gesellschaftsvertrag vom 15.10.2015 wurde die gegenständliche Kapitalgesellschaft unter dem Wortlaut FMT Ferro Technik GmbH errichtet. Im September 2019 wurden die Gesellschaften Christof Project GmbH, Doubrava Industrieanlagenbau GmbH und Fenerito GmbH mit der gegenständlichen Gesellschaft, als aufnehmende Gesellschaft verschmolzen und mit November 2019 der Firmenwortlaut auf „Christof Industries Austria GmbH“ geändert.
Das Unternehmen soll fortgeführt und die für den Sanierungsplan erforderlichen Mittel aus dem laufenden Geschäft, sowie aus der Fortführung der Projekte und den damit einbringlichen Forderungen erwirtschaftet werden. Restrukturierungsmaßnahmen werden zu erfolgen haben.
„Der Insolvenzverwalter wird nunmehr zu prüfen haben, ob eine Fortführung im Interesse der Gläubiger liegt und der vorgelegte Sanierungsplan eingehalten werden kann“, so René Jonke, KSV1870 Leiter Region Süd.
Der KSV1870 bietet allen Gläubigern an, sie in diesem Fall zu vertreten.
Graz, am 11.09.2026
Rückfragenhinweis:
René Jonke
Leiter KSV1870 Region Süd
Telefon 050 1870-2012, Handy-Nr. 0664 8489384
E-Mail: jonke.rene@ksv.at