Pressemeldung: Zweite Chance für Unternehmer, aber kein Freibrief bei Konsumschulden

23.02.2017

KSV1870 legt FAIRNESS-Konzept zur geplanten Änderung des Privatkonkurses vor

Derzeit leisten Schuldner im Privatkonkurs jährlich Zahlungen von ca. EUR 180 Millionen. Dieser Betrag wäre in Zukunft von der Solidargemeinschaft aller Bürger zu tragen oder kurz gesagt: von uns allen. Es ist nicht fair, dass die Konsumschulden einiger an die Solidargemeinschaft aller ausgelagert werden. Daher hat der KSV1870 ein FAIRNESS-Konzept erarbeitet, das eine ausgleichende Lösung für alle Beteiligten beinhaltet.
 
Im Rahmen von Schuldenregulierungsverfahren (= Privatkonkurs) können sich derzeit ca. 87 % der Schuldner auch gegen der Willen der Gläubiger restlos entschulden. Bei einer durchschnittlichen pro Kopf-Verschuldung von EUR 58.500,- könnte eine monatliche Rückzahlung von nur ca. EUR 60,- für eine solche Entschuldung bereits ausreichend sein. Manche Stimmen sprechen in diesem Zusammenhang von einer unüberwindlichen Hürde. KSV1870 Experte Dr. Hans-Georg Kantner versteht diese Argumentation nicht: „Die 60 Euro pro Monat entsprechen ca. 12 Schachteln Zigaretten, das ist ein Betrag, der für jeden leistbar ist und der Bevölkerung deutlich signalisiert: Die Verschuldung wird von jenem abgetragen, der sie verursacht hat; und die Kombination aus Schuldenmachen und Nicht-Bezahlen wird von der Rechtsordnung nicht gefördert oder gar belohnt!“
 
Was viele, die für eine rasche und einfache Entschuldung von Konsumschuldnern eintreten, nicht bedenken: Den Ausfall trägt die Gemeinschaft der guten Zahler. Wenn diese überstrapaziert wird, hieße das, am Solidaritätsprinzip zu rütteln. Mag. Ricardo-José Vybiral, Vorstand der KSV1870 Holding AG, skizziert die damit verbundene Problematik: „Alle gleich zu behandeln führt automatisch zu Ungleichbehandlung, weil Menschen und Situationen nun einmal unterschiedlich sind. Wir sind unbedingt dafür, dass einmal gescheiterte Unternehmer einen zweiten Anlauf verdienen – in vielen Fällen zeigt sich auch, dass sie diesen gut nutzen können. Wer jedoch Schulden für Konsum anhäuft, sollte diese auch nach eigenen Möglichkeiten glätten. Das entspricht der allgemeinen Vorstellung von Fairness“.
 
Das KSV1870 FAIRNESS-Konzept umfasst eine ausgleichende Lösung mit drei Ausrichtungen:

  • Unterstützung der Regierung bei der Umsetzung der EU-Verordnung
  • Interessensausgleich für die Wirtschaft
  • Wahrung der Zweiten Chance für einmal gescheiterte Unternehmer 

Download FAIRNESS-Konzept
 

Rückfragenhinweis:

Karin Stirner
Leiterin Unternehmenskommunikation
KSV1870 Holding AG, Wagenseilgasse 7, 1120 Wien
Telefon: 050 1870-8226
E-Mail: stirner.karin@ksv.at

Wien, 23.02.2017