Insolvenz: Achenseebahn-Aktiengesellschaft

Letztes Update: 27.03.2020 |

Basisdaten

  • 100% Sonstige Personenbeförderung im Landverkehr a.n.g. (ohne Seilbahnwirtschaft)
  • Betrieben wird eine Zahnradbahn vom Hauptbahnhof Jenbach bis zum Achensee. Der Betrieb ist nur während der Sommermonate geöffnet, (Anfang Mai bis Ende Oktober) im Winter werden Servicearbeiten durchgeführt.
  • 1928
  • FN 32726 b
  • ATU 31796205
  • 1133861
  • 31.12.2018

Presseinformation

Gegenstand des Unternehmens: 
Die Schuldnerin betreibt eine historische Zahnradbahn vom Hauptbahnhof Jenbach bis zum Achensee.

Vorstand: Martin Uhlig

Eigentümerstruktur:
Gemeinde Eben am Achensee:   Anteil: 26,5022 %
Gemeinde Achenkirch:                 Anteil:   8,9254 %
Marktgemeinde Jenbach:             Anteil: 19,4737 %
Sparkasse Schwaz AG:                Anteil:   2,6316 %
Kittl Patrik, Privatperson               Anteil: 11,6995 %
Dr. Zekeli Jürgen, Privatperson    Anteil:   7,1272 %
Kleinaktionäre zusammen:           Anteil: 23,6404 %

Betroffene Dienstnehmer: 17

Details zur dieser Insolvenzeröffnung:
Die Historie der Achenseebahn geht bis ins Jahr 1886 zurück. Im Jahr 1889 wurde die über 6 Kilometer lange Bahnstrecke feierlich eröffnet. 

Laut Insolvenzeröffnungsantrag wurden in den letzten Wochen mehrere Varianten eines Sanierungskonzepts gemeinsam mit dem Büro für Verkehrsplanung des Landes Tirol ausgearbeitet. Letztlich habe es von Seiten des Landes Tirol keine finale Zusage für die Umsetzung eines der erstellten Sanierungsmodelle gegeben. 

Im Jahr 2019 konnte die Schuldnerin einen Umsatz von knapp 1.500.000,00 Euro erwirtschaften. Dabei wurde ein Verlust von etwa 250.000,00 Euro von der Bahn eingefahren. Die Verbindlichkeiten der Schuldnerin belaufen sich nach dem Insolvenzantrag auf rund 1.400.000,00 Euro. Aufgrund der vorhandenen Aktiva dürfte die Schuldnerin nicht überschuldet sein. Die Voraussetzung für die Eröffnung der Insolvenz liegt trotzdem vor, da bei der Schuldnerin nicht ausreichend liquide Mittel für die Bedienung der kurzfristig fälligen Verbindlichkeiten vorhanden sind. 

Der Insolvenzverwalter wird zu entscheiden haben, ob die Vorbereitungen für die Aufnahme des operativen Betriebes weiter vorangetrieben werden und es damit zu einem Fortbetrieb des schuldnerischen Unternehmens während des Insolvenzverfahrens kommt. Dabei bringt die aktuelle Situation im Zusammenhang mit dem Coronavirus zusätzliche Unsicherheiten. Klar ist, dass ein Fortbetrieb des schuldnerischen Betriebes im Rahmen des Insolvenzverfahrens durch den Masseverwalter nur dann möglich sein wird, wenn dies zu keinen weiteren Nachteilen für die Gläubiger führt. 

Aus der Sicht der Schuldnerin ist eine Schließung des Unternehmens nur dann vermeidbar, wenn von dritter Seite (zB Eigentümer, Land Tirol, Investor, etc.) kurzfristig liquide Mittel beigebracht werden. 

Klaus Schaller, KSV-Regionalleiter West, erklärt: „Auf Basis der aktuell vorliegenden Informationen ist die Zukunft der Achenseebahn jedenfalls als unsicher einzustufen. Für den Fall, dass eine Sanierung der Schuldnerin – aus welchen Gründen auch immer - ausscheidet, wäre unter Umständen der operative Weiterbetrieb über eine Auffanggesellschaft denkbar. Bei dieser Vorgehensweise ist vorab im Detail zu klären, ob sämtliche für den Betrieb notwendigen Konzessionen auf diese den Neustart ausführende Gesellschaft überhaupt übertragbar wären. Falls dies rechtlich nicht möglich sein sollte, scheidet diese Variante aus. Das Szenario, dass die Bahn den Betrieb zwischen Jenbach und Maurach am Achensee für immer einstellt, kann derzeit nicht ausgeschlossen werden.“

Der Vorstand der Schuldnerin erklärte im Insolvenzeröffnungsantrag, dass er den Insolvenzverwalter bei seinen Bemühungen um den Fortbetrieb des schuldnerischen Unternehmens mit anschließender Sanierung, welche auch den Erhalt aller Konzessionen bedeuten würde, nach Kräften unterstützen wird. Nach Angaben im Insolvenzantrag unterstützen die Bürgermeister der Eigentümergemeinden die Sanierungsbemühungen der Schuldnerin. 

Die Angaben konnten in der kurzen Zeit vom KSV1870 noch nicht überprüft werden. 

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