Insolvenz: Kremsmüller Industrieanlagenbau KG

Letztes Update: 02.07.2020 |

Basisdaten

  • 25% Installation von Maschinen und Ausrüstungen a.n.g.
    25% Sonstiger Hochbau
    25% Sonstiger Tiefbau a.n.g.
    15% Ingenieurbüros
    10% Oberflächenveredlung und Wärmebehandlung
  • Durchgeführt wird der Industrieanlagenbau für verschiedenste Branchen und Bereiche (Elektro-, Mess- und Regeltechnik, Rohrleitungsbau, Behälterbau, etc.) Weiters führt man Lohn- und Flächenbeizungen aus. Angeschlossen ist auch ein technisches Service für die OMV (Tankstellenservice).
  • 1961
  • FN 227162 m
  • ATU 55115609
  • 5651344

Presseinformation

Gegenstand des Unternehmens: 
Industrieanlagenbau, die fabriksmäßige Erzeugung von Rohren, Druckbehältern, Behältern, Apparaten und Stahlkonstruktionen, der Industrierohrleitungsbau, die Durchführung von Industriemontagen und Industrieanlagenbau, das Gewerbe der Kraftfahrzeugtechnik, die Überlassung von Arbeitskräften, die industriemäßige Durchführung von Elektroinstallationen der Unterstufe, von Elektromechanik und Elektromaschinenbau, Mess- und Regeltechnik sowie das Gewerbe der Elektrotechniker, die Ausübung des Handelsgewerbes und die Erbringung von Dienstleistungen im Bereich der automatischen Datenverarbeitung

unbeschränkt haftender Gesellschafter: Karl Strauß

Kommanditistin: Kremsmüller Beteiligungsgesellschaft m.b.H.

Prokuristen: Roland Peck, Mag. Gregor Kremsmüller, Ing. Thomas Buchta, Mag. Franz Daniel Roitinger, Mag. Christoph Sandner

Betroffene Dienstnehmer: 593 (davon 217 Angestellte, 345 Arbeiter und 31 Lehrlinge) 

Betroffene Gläubiger: circa 580 

Passiva: rund 135 Millionen EURO

Aktiva: zu Buchwerten: rund 72 Millionen EURO, freies Vermögen: rund 13,7 Millionen EURO 

Verfahrensrelevante Daten: 
Bei der Kremsmüller Industrieanlagenbau KG handelt es sich um ein seit dem Jahr 1961 bestehendes Familienunternehmen, welches zur Kremsmüller-Unternehmensgruppe gehört und als Industriedienstleister tätig ist. Im Wesentlichen kann die Tätigkeit des Schuldnerunternehmens in vier Geschäftsfelder unterteilt werden, nämlich 
-    Rohr- und Anlagenservice,
-    Elektro-, Mess-, Steuer- und Regeltechnik,
-    Apparate- und Behälterbau sowie 
-    Prozesstechnologie.

Neben der Zentrale samt Werk in 4641 Steinhaus bei Wels, Kremsmüllerstraße 1 unterhält man folgende weitere Betriebsstätten:
-    2320 Schwechat, Eisteichstraße 5-7,
-    4030 Linz, Lunzerstraße 70,
-    4053 Haid bei Ansfelden, Stelzhamerstraße 1,
-    8670 Krieglach, Eisenhammerstraße 3,
-    2320 Schwechat, Mannswörther Straße 28,
-    1220 Wien, Lobgrundstraße 2 (OMV) und
-    1230 Wien, Liesinger-Flur-Gasse 17.

Zweigniederlassungen bestehen nicht.

Insolvenzursache:
Laut dem KSV1870 vorliegenden Antrag auf Insolvenzeröffnung sei die Vermögenslage bis einschließlich 2017 zufriedenstellend gewesen. 
Um auch die Ertragslage durch höhere Margen zu stärken, habe man im Jahr 2017 entschieden, die bestehenden Geschäftsbereiche um den Bereich der Prozesstechnik zu erweitern.
Eine im Mai 2020 vorgenommene interne Evaluierung eines im Jahr 2018 begründeten Vertrages mit der Wien Energie GmbH zur Errichtung eines Trocknertraktes im Zusammenhang mit dem Projekt „Simmeringer Heide Faulschlammverbrennung“ mit einer Auftragssumme von rund 22,5 Millionen EURO habe ergeben, dass eine Vertragserfüllung in technischer Hinsicht kaum realisierbar wäre, sich die bereits aufgelaufenen Projektkosten auf rund 32 Millionen EURO beliefen und eine Finalisierung voraussichtlich weitere rund 32 Millionen EURO kosten würde.
Im zugrunde liegenden Werkvertrag sei ein Pauschalfestpreis auf Basis einer funktionalen Leistungsbeschreibung zugrunde gelegt worden. Mehraufwendungen, Kostenüberschreitungen sowie technische und zeitliche Risiken wären daher der nunmehrigen Insolvenzschuldnerin zuzurechnen gewesen. Vertragliche Rücktrittsrechte wären weitestgehend ausgeschlossen worden, auch sei man auftraggeberseits weder zu einer Vertragsanpassung noch zu einer einvernehmlichen Vertragsaufhebung bereit gewesen.

Als untergeordnete weitere Insolvenzursache wird die COVID-19-bedingte Verschiebung von Aufträgen mit einem Gesamtvolumen von mehr als 50 Millionen EURO bei gleichzeitiger Kostenremanenz angeführt.

„Dieses Verfahren stellt - sowohl hinsichtlich der Anzahl der betroffenen Dienstnehmer  als auch betreffend die Höhe der Passiva -  die bislang größte Insolvenz des Jahres 2020 in Oberösterreich dar.

Der vom Gericht bestellte Insolvenzverwalter wird nunmehr unverzüglich die wirtschaftliche Lage des Unternehmens analysieren und prüfen, ob eine Fortführung des Unternehmens ohne weitere Schädigung der Gläubiger möglich ist“, so Harald Neumüller vom KSV1870.

Die Angaben konnten in der kurzen Zeit vom KSV1870 noch nicht überprüft werden.

Zugleich mit dem Antrag auf Insolvenzeröffnung wurde ein Antrag auf Annahme eines Sanierungsplanes gestellt, mit dem den Insolvenzgläubigern eine Sanierungsplanquote von 20 Prozent, zahlbar binnen 24 Monaten ab Annahme, nicht jedoch vor Rechtskraft der Bestätigung des Sanierungsplanes angeboten wird. 

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